Nach jahrelanger Verspätung hat der neue Hindu-Tempel in Berlin-Neukölln endlich seine Pforten geöffnet. Der Sri Ganesha Hindu Tempel, der der hinduistischen Gottheit Ganesha mit dem Elefantenkopf gewidmet ist, beeindruckt durch seine prachtvolle Architektur. Der 17 Meter hohe Turm mit goldener Dachkonstruktion und die blaue Fassade mit Ornamenten und Götterfiguren sind ein Gesamtkunstwerk indischer Meister. Auch das Innere des Gotteshauses ist aufwendig gestaltet.
Größe und Bedeutung des Tempels
Der Tempel am Rande der Hasenheide nahe dem Hermannplatz zählt zu den größten in Europa. Laut Vilwanathan Krishnamurthy vom Trägerverein umfasst die Tempelfläche etwa 850 Quadratmeter, das gesamte Grundstück rund 5000 Quadratmeter. Gewidmet ist der Tempel Ganesha, der für Energie und Weisheit steht. Es ist der zweite Hindu-Tempel in Berlin; der erste, der Sri Mayurapathy Murugan Tempel, wurde 2013 in Britz eröffnet und dient vorwiegend Gläubigen mit sri-lankischen Wurzeln, während der neue Tempel von der indischstämmigen Gemeinschaft getragen wird.
Herausforderungen während der Bauzeit
Die Planungen für den Tempel begannen bereits 2005, der Spatenstich erfolgte 2007, und der Bau startete 2010. Verzögerungen gab es unter anderem durch Genehmigungsprobleme. Krishnamurthy erklärte, dass zu Beginn der Planungen nur etwa 5000 bis 6000 Hindus in Berlin lebten, was die Spendensammlung erschwerte. Die Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro wurden durch Spenden und ehrenamtliches Engagement finanziert. Zudem konnten die indischen Bauarbeiter nur in der warmen Jahreszeit arbeiten, was die Bauzeit weiter verlängerte.
Eröffnungstermin mehrfach verschoben
Mehrere geplante Eröffnungstermine mussten verschoben werden, unter anderem aufgrund der ausschließlichen Finanzierung durch Spenden. Zuletzt verzögerte sich die Fertigstellung durch die lange Lieferzeit des Granits für den Fußboden. Trotz dieser Hindernisse ist der Tempel nun fertiggestellt und ein neues kulturelles Zentrum für die hinduistische Gemeinschaft in Berlin. In Deutschland gibt es bereits mehrere Hindu-Tempel, darunter der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm-Uentrop, der als Touristenattraktion gilt.



