Hitze verschiebt Diskussion am Thälmann-Denkmal in Berlin-Pankow
Hitze stoppt Diskussion am Thälmann-Denkmal

Das 15 Meter hohe Ernst-Thälmann-Denkmal im Berliner Thälmann-Park sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionen. Nun sollte eine öffentliche Debatte zur Geschichte des Monuments stattfinden – doch die extreme Hitze vereitelte das Vorhaben. Die Spandauer Zitadelle um Museumschefin Urte Evert hatte zu einem „Stadtgespräch“ am Sonntag, den 28. Juni, direkt am Denkmal an der Greifswalder Straße 52 eingeladen. Aufgrund der Wettervorhersage von 40 Grad im Schatten wurde die Veranstaltung jedoch abgesagt.

Ein Denkmal mit geteilter Geschichte

Seit zehn Jahren teilen sich die Berliner Bezirke Prenzlauer Berg (heute zu Pankow gehörig) und Spandau das Denkmal auf ungewöhnliche Weise: Die monumentale Skulptur des sowjetisch-ukrainischen Künstlers Lev Kerbel wurde 1986 zum 100. Geburtstag Ernst Thälmanns enthüllt. Bereits vier Jahre später, 1990, beschloss der damalige Stadtbezirk Prenzlauer Berg den Abbau der umliegenden Stelen, die mit Zitaten von Erich Honecker und Ernst Thälmann versehen waren. Die Stelen wurden entfernt und sind seit 2016 in der Ausstellung „Enthüllt“ in der Spandauer Zitadelle zu sehen.

„Der Thälmann-Kopf blieb auf seinem Platz und sorgt seither immer wieder für Aufregung“, erklärte Museumschefin Urte Evert. Die FDP hatte vor einigen Jahren angeregt, auch die 15 Meter hohe Skulptur nach Spandau zu holen – doch dieser Vorschlag fand keine politische Mehrheit.

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Hintergrund des Denkmals

Das Denkmal steht auf einem Sockel aus rotem Granit und war ein Geschenk der ehemaligen Sowjetunion an die DDR. Auf den ehemaligen Spruchstelen, die heute in Spandau mit bunten Original-Graffiti ausgestellt sind, stand unter anderem ein Zitat von Erich Honecker: „Mit der Gestaltung des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik setzen wir Ernst Thälmann / dem kühnen Streiter für Freiheit / Menschlichkeit und sozialen Fortschritt unseres Volkes / ein würdiges Denkmal.“

Die Ausstellung „Enthüllt“ in der Spandauer Zitadelle zeigt die Stelen und dokumentiert die wechselvolle Geschichte des Denkmals. Im Jubiläumsjahr der Ausstellung war die Diskussion vor Ort in Prenzlauer Berg geplant, um die historische und aktuelle Bedeutung des Monuments zu erörtern.

Ausblick

Die Zitadelle kündigte an, dass das Stadtgespräch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. Interessierte können sich auf der Website der Zitadelle über den neuen Termin informieren. Die Kontroverse um das Thälmann-Denkmal bleibt damit weiterhin ein Thema in Berlin.

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