Isabelle Huppert als reichste Frau der Welt in bissiger Satire
Isabelle Huppert als reichste Frau der Welt in bissiger Satire

In der französischen Komödie „Die reichste Frau der Welt“ spielt Isabelle Huppert die milliardenschwere Kosmetikerbin Marianne Farrère, die ihr Imperium von ihrem Vater geerbt hat. Mit eiserner Hand führt sie das Unternehmen, doch der Gesellschaftsfotograf Pierre-Alain Fontain (Laurent Lafitte) lässt sich von ihrer Arroganz nicht einschüchtern. Für ein Zeitschriftenporträt soll er Marianne in Szene setzen und jagt sie zunächst durch verschiedene Outfits.

Marianne ist von Pierre-Alains forscher Art beeindruckt und lässt ihn erst ihre Villa und dann ihr ganzes Leben umkrempeln. Ihr Mann, ihre erwachsene Tochter und der Butler beobachten mit Missfallen, wie sich der Fotograf bei ihnen einnistet und das familiäre Machtgefüge stört. Marianne gerät in einen Rausch und beschenkt ihren Protegé mit Geld, Kunstwerken und Versicherungen – über die Jahre wandern Werte von 700 Millionen Euro in seine Tasche.

Der Film basiert auf der Geschichte der L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Als ihre Tochter den Fotografen Francois-Marie Banier 2007 wegen Erbschleicherei verklagte, brachte das nicht nur ihn in Bedrängnis, sondern auch hochrangige Politiker wie Nicolas Sarkozy. Die Ermittlungen förderten den Verdacht illegaler Wahlkampfspenden zutage – eine Verquickung von Geld und Macht, die eine bissige Gesellschaftssatire hätte sein können.

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Regisseur Thierry Klifa interessiert sich jedoch nicht für den politischen Skandal, sondern stellt die persönlichen Beziehungen in den Mittelpunkt: Warum ist das Verhältnis von Mutter und Tochter so vergiftet? Was will die reiche Frau mit dem schwulen Freund, der sie offenkundig ausnimmt? Und warum hört er nicht auf, als die Familie ihn verklagen will? Der Film räumt früh alle Zweifel an den Intentionen des Emporkömmlings aus, sodass die Handlung keine Überraschungen bereithält.

Trotzdem gibt es vergnügliche Momente, vor allem dank der schlagfertigen Isabelle Huppert und Laurent Lafitte als Urgewalt. Lafitte sprengt den Familienfrieden, indem er das Tabu anspricht, dass das Vermögen durch Kollaboration mit den Nationalsozialisten entstanden ist. Doch auch diese Spur vertieft der Film nicht genug, um wirklich wehzutun. Am Ende wirkt er unentschlossen, was er erzählen will und warum man sich jenseits der Klatschblätter dafür interessieren sollte.

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