Johann Lafer: Krebs ist unheilbar, aber Sterben ist keine Option
Johann Lafer: Krebs unheilbar, Sterben keine Option

Der österreichische Starkoch Johann Lafer ist unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Im Mai machte der 68-Jährige seine Diagnose öffentlich, die vor zweieinhalb Jahren gestellt wurde. Die Ärzte wagten keine Prognose, wie viel Zeit ihm noch bleibt. In einem Podcast der „Bild“-Zeitung namens „MayWay“ spricht Lafer nun über seine Einstellung zum Tod und das Leben mit der Krankheit.

Angst vor dem Tod verloren

Lafer erklärte, er habe die „größere Angst davor“ durch den Abschied von seiner Schwiegermutter auf deren Sterbebett verloren. „Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich. Es wird nichts geben, was uns davon befreit“, sagte er. Er hoffe nur, noch möglichst lange Gast sein zu dürfen. Bereits im Mai hatte er in einem Interview mit der „Bild“ betont: „Sterben ist für mich keine Option. Ich will leben, arbeiten, lieben, weiter Ideen haben.“

Leben intensiver schätzen

Durch seine Erkrankung nehme Lafer „nichts mehr als selbstverständlich hin“, betonte er im Podcast. Er wisse das Leben, das er mit seiner Frau Silvia und seinen Kindern führen dürfe, „noch einmal mehr zu schätzen“. Seine Familie sei für ihn „der Sinn hinter allem“, auch wenn er nicht immer so da sein konnte, wie er sich das gewünscht hätte. Rückblickend bereue er einige Entscheidungen, wie beispielsweise bei der Geburt seines Sohnes nicht dabei gewesen zu sein, „weil Bundeskanzler Schröder zum Frühstück im Restaurant saß“. Heute habe er deswegen noch ein schlechtes Gewissen und würde mittlerweile anders agieren, denn dies sei „kompletter Schwachsinn“ gewesen.

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Enge Bindung zur Familie

„Dass die Kinder sagen: Papa, du hast nie Zeit für uns gehabt“, sei seine größte Angst, so Lafer. Glücklicherweise sei das nie passiert, trotz verpasster Schulfeste, Elternsprechtage oder letzter Schultage. Er sei vielleicht nicht „die Menge der Zeit“ zu Hause gewesen, doch wenn er da gewesen sei, dann intensiv. Montags habe er immer Ruhetag im Restaurant gehabt. Dann sei er oft mit Sohn oder Tochter in den Tierpark gegangen und habe sich nur mit ihnen beschäftigt. Dies seien für ihn bis heute unvergessliche Erinnerungen, weil ihm seine Kinder da „so nah waren“.

„Wir vier sind als Familie ganz eng“, schwärmte er im Podcast. So fahren seine Frau und seine Kinder auch traditionell jedes Jahr einmal gemeinsam in den Urlaub. Auch dieses Jahr sei eine Reise nach Kreta geplant. Immer wieder habe es in seinem Leben Niederlagen gegeben, aber er sei stets wieder aufgestanden, betonte er: „Auch deswegen, weil ich immer wusste: Meine Frau und die Kinder lieben mich wirklich.“

Was bleibt

Auf die Frage, was von ihm einmal bleiben soll, wenn er nicht mehr da ist, antwortete Lafer: „Vielleicht sagen irgendwann ein paar Leute: Wenn ich an den Lafer denke, dann denke ich an sein Wiener Schnitzel. Oder an seinen Kaiserschmarrn. Das würde mich glücklich machen.“

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