Am kommenden Wochenende beginnt in Paderborn eines der ältesten und größten Volksfeste Deutschlands: Libori. Vom 25. Juli bis 2. August 2026 wird neun Tage lang eine einzigartige Mischung aus kirchlichen Feierlichkeiten und weltlichem Vergnügen geboten. Stadt und Erzbistum erwarten über eine Million Besucher aus dem In- und Ausland.
Auftakt mit Bieranstich und Salutschüssen
Der offizielle Startschuss fällt am Samstag, den 25. Juli, um 15.00 Uhr: Im Paderborner Dom wird der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen Liborius aus der Krypta in den Chorraum getragen. Diese sogenannte Erhebung markiert den feierlichen Beginn des kirchlichen Liborifestes. Gegen 16.30 Uhr ertönen drei Salutschüsse, bevor Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (CDU) im Festzelt traditionell das erste Fass Bier ansticht. Es ist das erste Mal, dass Strate diese Aufgabe nach seiner Wahl im Jahr 2025 übernimmt.
Prozession und Festrede des Kanzlers
Am Sonntag, den 26. Juli, wird der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen bei einer feierlichen Prozession durch die Stadt getragen. Erzbischof Udo Markus Bentz führt die Gläubigen an. Am Abend laden Unternehmer zum traditionellen Libori-Mahl ins historische Rathaus ein. Höhepunkt ist die Festrede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die um 19.00 Uhr beginnt.
Religiöser Ursprung und älteste Städtepartnerschaft
Das Fest hat einen tief religiösen Ursprung. Kirche und Stadt feiern die Ankunft der Gebeine des Heiligen Liborius im Jahr 836. Liborius war der zweite Bischof der französischen Stadt Le Mans. Heute ist er Schutzpatron des Doms, des Bistums und der Stadt Paderborn. Nach Angaben der Kirche hatten die Paderborner in Le Mans um die Gebeine gebeten, um den noch jungen Glauben in ihrem Bistum zu stärken. Der Heilige Liborius wurde so zum Brückenbauer zwischen zwei Völkern. Aus dieser Verbindung entstand die wahrscheinlich älteste weltweit noch funktionierende Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und Le Mans.
Kirmes und Markt für die Besucher
Im Mittelpunkt des weltlichen Libori-Festes steht eine große Kirmes mit rund 150 Schaustellern auf dem Liboriberg. Hinzu kommt der Libori-Markt auf dem Markt- und Domplatz mit 130 Ständen, die ein breites Angebot an Waren und kulinarischen Spezialitäten bieten. Die Stadt erwartet, dass die Besucherzahlen die Millionengrenze deutlich überschreiten werden.



