Kunstherbst in NRW: Moderne, Pop und neue Perspektiven
Kunstherbst NRW: Von Franz Marc bis Asia Pop

Die Museen in Nordrhein-Westfalen locken im Herbst 2026 mit einem umfangreichen Programm aus Moderner Kunst, Popkultur und neuen Perspektiven. Von Franz Marcs farbenprächtigen Tierdarstellungen über Andy Warhols Beethoven-Porträts bis hin zu einer Schau über ostasiatische Popkultur – die Auswahl ist vielfältig. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Ausstellungen.

Franz Marc: Die Suche nach einer besseren Welt

Die Kunstsammlung NRW widmet dem Mitbegründer des „Blauen Reiters“ vom 12. September 2026 bis 24. Januar 2027 eine umfassende Einzelschau unter dem Titel „Die Suche nach einer besseren Welt“. Franz Marc (1880–1916) schuf sein Gesamtwerk in nur wenigen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, zwischen 1904 und 1914. Er fiel 1916 bei Verdun. Die Ausstellung zeichnet seinen künstlerischen Weg von den frühen Tierdarstellungen bis zur kubistischen Auflösung der Formen nach.

Niki de Saint Phalle im Kunstpalast Düsseldorf

Vom 10. September 2026 bis 7. Februar 2027 zeigt der Kunstpalast Düsseldorf mehr als 100 Werke der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930–2002). Bekannt wurde sie durch ihre üppig-farbenfrohen „Nana“-Frauenfiguren und durch Happenings, bei denen sie auf eigene Bilder schoss – ein Akt der Rebellion gegen Männer, die Gesellschaft und sich selbst. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Sprengel Museum Hannover und wird 2027 auch im Nationalmuseum Wroclaw (Breslau) zu sehen sein.

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Anish Kapoor im Lehmbruck Museum Duisburg verlängert

Wegen des großen Erfolgs hat das Lehmbruck Museum in Duisburg die Ausstellung mit Werken des Bildhauers Anish Kapoor bis zum 18. Oktober 2026 verlängert. Kapoor, aktueller Lehmbruck-Preisträger, fordert die Sinne mit seinen Großskulpturen heraus. Gezeigt werden frühe Pigmentarbeiten, Spiegelskulpturen und monumentale Installationen, darunter die mehr als drei Meter hohe Kugel „Past, Present, Future“ aus tiefrotem Wachs. Laut Museum handelt es sich um die umfangreichste Kapoor-Ausstellung in Deutschland seit über einem Jahrzehnt.

Beethoven meets Warhol in Bonn

Das Beethoven-Haus in Bonn präsentiert vom 9. September 2026 bis 5. April 2027 die Ausstellung „Beethoven by Warhol“. Im Fokus stehen die ikonischen Beethoven-Porträts, die Andy Warhol kurz vor seinem Tod 1987 anfertigte. Die Vorlagen – Joseph Stielers Beethoven-Porträt und das Autograph der Mondscheinsonate – stammen aus dem Beethoven-Haus. Zu sehen sind mehr als 100 Arbeiten Warhols, darunter bislang unbekannte Beethoven-Zeichnungen, Plattencover und Probedrucke. Anlass sind der 200. Todestag Beethovens und der 40. Todestag Warhols im Jahr 2027.

Die Macht des Ornaments in Wuppertal

Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal zeigt vom 11. Oktober 2026 bis 14. Februar 2027 die Ausstellung „Schön & streng. Die Macht des Ornaments“. Sie erkundet die Funktion und Bedeutung von Ornamenten in der Kunst von der klassischen Moderne bis heute. Anhand von Werken etwa von Henri Matisse oder August Macke wird deutlich, wie Künstler Farbe, Form und Fläche zum Bildthema machen. Zeitgenössische Künstler wie Philip Taaffe, Katja Davar oder Thomas Bayrle nutzen Wiederholungen und Muster, um das Einfache mit dem Komplexen zu verbinden – nicht als bloße Dekoration.

Asia Pop im NRW-Forum Düsseldorf

Vom 17. September 2026 bis 23. Mai 2027 präsentiert das NRW-Forum in Düsseldorf, der Stadt mit der größten japanischen Community Deutschlands, die Schau „Asia Pop“. Rund 400 Werke aus den Bereichen Comics, Film, Essen, Design und digitale Bildwelten zeichnen ein „visuelles, klangliches und kulinarisches Panorama ostasiatischer Popkultur“. Hello Kitty, Studio Ghibli, K-Pop und Manga sind nur einige der Themen, die den globalen Mainstream prägen.

Gustave Courbet im Museum Folkwang Essen

Bis zum 8. November 2026 zeigt das Museum Folkwang in Essen eine große Retrospektive des französischen Realisten Gustave Courbet. Unter den 100 Werken aus allen Schaffensphasen ist auch das einst skandalträchtige Gemälde „L'Origine du monde“ (Der Ursprung der Welt) von 1866, das den Unterkörper einer nackten Frau zeigt und jahrzehntelang nicht öffentlich ausgestellt werden durfte.

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Schwarze Diaspora im Museum Ludwig Köln

Das Museum Ludwig in Köln feiert sein 50. Jubiläum mit der Ausstellung „Along the Color Line. Spuren einer transatlantischen Moderne“ (3. Oktober 2026 bis 7. März 2027). Sie setzt die internationale schwarze Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne und macht sichtbar, wie schwarze Künstler die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich von ihr abgegrenzt haben. Das Museum kritisiert, dass der Blick auf die Moderne oft noch von weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst geprägt sei und schwarze Künstler in europäischen Museen unterrepräsentiert seien.

Herlinde Koelbl in Bonn

Das Kunstmuseum Bonn präsentiert vom 8. November 2026 bis 16. Mai 2027 die Ausstellung „Fadenkreuze für das Leben“ der Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl. Sie zeigt Porträts und Gesprächsaufzeichnungen von mehr als 40 an Krebs erkrankten Menschen. Ausgangspunkt war Koelbls eigene Krebserkrankung 2019/20. Entstanden ist ein bewegendes Panorama menschlicher Verletzlichkeit und Stärke, das zu einem offeneren gesellschaftlichen Umgang mit Krebs aufruft. Koelbl wurde durch Langzeitstudien wie „Spuren der Macht“ international bekannt.