Eine Koalition der CDU mit der Linken wäre nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky in Sachsen-Anhalt klüger als eine bloße Tolerierung einer Minderheitsregierung durch die Linke. Vor der Landtagswahl am 6. September liegt die AfD in Umfragen deutlich vorn. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze wäre demnach auf die Tolerierung durch die Linke angewiesen, eine Koalition mit der Linken schließt Schulze jedoch aus.
Vorbehalte gegen Koalition mit der Linken
„Ich gehe von einer Tolerierung aus, weil die Vorbehalte gegenüber einer Koalition zu groß wären, auch wenn sie in mancher Hinsicht sinnvoller sein könnte“, sagte Lewandowsky der „Freien Presse“. Der Politologe verwies darauf, dass es unter ostdeutschen CDU-Mitgliedern noch erhebliche Vorbehalte gegen die Linke als Koalitionspartner gebe.
Machtvolle Rolle des Tolerierungspartners
Lewandowsky wies darauf hin, dass eine Partei, die eine Regierung toleriert, zu einem mächtigen Akteur werden könne. „Sie wird nicht in die Verantwortung genommen, gleichzeitig ist die Regierung von ihr abhängig“, erklärte er. „Vielleicht wäre es deshalb klüger, mit einem ungewöhnlichen Partner zu koalieren, als sich von ihm tolerieren zu lassen.“
Die AfD führt derzeit die Umfragen in Sachsen-Anhalt an. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Ohne eine Koalition mit der Linken oder eine Tolerierung durch sie wäre eine Regierungsbildung ohne die AfD vermutlich nicht möglich. Die Linke selbst hat sich bisher nicht eindeutig zu einer möglichen Tolerierung oder Koalition geäußert.
Landtagswahl am 6. September
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September statt. Neben der AfD und der CDU treten auch SPD, Grüne, FDP und Linke an. Die genauen Umfragewerte variieren, aber die AfD liegt konstant vorn. Sollte die CDU nach der Wahl eine Regierung bilden wollen, müsste sie entweder eine Koalition mit der Linken eingehen oder von ihr toleriert werden. Beide Optionen sind innerhalb der CDU umstritten.



