Der Sportkolumnist Thorsten Firlus beobachtet mit Sorge, dass Hobbysportler die Hitze im Hochsommer noch immer unterschätzen. Obwohl jedes Jahr aufs Neue über die Risiken aufgeklärt wird, sieht er viele Menschen bei extremen Temperaturen sporteln. „Ich bin überrascht, wie viele Menschen mir aktuell sportelnd begegnen – bei Temperaturen, die ich aus guten Gründen für Anstrengungen im Freien meide“, schreibt Firlus in seiner aktuellen Kolumne.
Die zwei Jahreszeiten des Sportjahres
Firlus teilt das Jahr eines Sportkolumnisten im Prinzip in zwei Jahreszeiten: „Sport bei Minusgraden“ und „Sport bei Hitze“. Frühling und Herbst seien glorreich für Sport im Freien. Nicht umsonst gebe es im Laufkalender die Frühjahrs- und Herbstmarathons. Sehr wenige Wettkämpfe fänden im Winter statt, quasi keine im Hochsommer. Denn sehr hohe Temperaturen stellen den Körper vor besondere Aufgaben: Der Kreislauf wird belastet, die Körpertemperatur steigt, und die Schweißproduktion erhöht sich. Wer dann zu intensiv trainiert, riskiert einen Hitzschlag oder Kreislaufprobleme.
Warum Hobbysportler die Gefahr unterschätzen
Trotz der alljährlichen Aufklärungsarbeit zeigt die Realität auf Laufstrecken ein anderes Bild. Firlus berichtet, dass er immer wieder Menschen sieht, die in der Mittagshitze joggen oder Rad fahren. „Das Wissen um Sport und Hitze wird jedes Jahr brav neu vermittelt, aber die Umsetzung hapert“, so der Kolumnist. Viele Hobbysportler glaubten, dass sie mit ausreichender Kondition auch hohe Temperaturen bewältigen könnten. Dabei vergessen sie, dass der Körper bei Hitze anders reagiert: Die Herzfrequenz steigt schneller, die Muskeln werden schneller müde, und die Flüssigkeitsreserven schwinden rascher.
Die Risiken von Sport bei extremer Hitze
Wer bei Temperaturen über 30 Grad Celsius intensiv trainiert, setzt sich erheblichen Gefahren aus. Dazu gehören Hitzeerschöpfung, Hitzschlag und Dehydrierung. Ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein, da die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt und die Temperaturregulation des Körpers versagt. Symptome sind Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Verwirrtheit. Firlus appelliert an die Vernunft: „Meiden Sie die Mittagshitze und verlegen Sie Ihr Training in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.“ Auch die Wahl der Kleidung sei entscheidend: Leichte, atmungsaktive Stoffe helfen, den Körper zu kühlen.
Konkrete Tipps für das Training im Hochsommer
Der Kolumnist gibt praktische Ratschläge für Hobbysportler: Erstens: Trainieren Sie vor 10 Uhr oder nach 18 Uhr, wenn die Temperaturen moderater sind. Zweitens: Trinken Sie vor, während und nach dem Sport ausreichend Wasser – etwa einen halben Liter pro Stunde. Drittens: Hören Sie auf Ihren Körper. Bei ersten Anzeichen von Überhitzung wie Schwindel oder erhöhtem Puls sofort pausieren und in den Schatten gehen. Viertens: Vermeiden Sie asphaltierte Strecken, die die Hitze speichern, und laufen Sie lieber im Wald oder auf Wiesen. Fünftens: Nutzen Sie Kühlung durch feuchte Tücher oder Kappen mit Kühlpads.
Fazit: Gesundheit geht vor
Thorsten Firlus schließt seine Kolumne mit einer klaren Botschaft: „Nutzen Sie die kurze Unterbrechung der Hitzewelle, um mit kühlem Kopf über Sport im Lichte der Jahreszeiten nachzudenken.“ Er betont, dass es nicht um Höchstleistungen gehe, sondern um gesundheitsbewusste Bewegung. Wer die Hitze ignoriere, riskiere nicht nur einen Leistungseinbruch, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Schäden. Der Kolumnist wünscht allen Läuferinnen und Läufern einen sicheren Sommer – mit dem richtigen Maß an Respekt vor der Natur.



