Statt frischen Wind zu bringen, hat der Kabinettsumbau von Kanzler Merz eine Welle interner Kritik ausgelöst. In den eigenen Reihen der CDU wird der Unmut zunehmend öffentlich geäußert. Die Wut richtet sich gegen den Führungsstil und die Personalentscheidungen des Kanzlers.
Offener Unmut statt Hinterzimmer
Früher wurde Kritik an der Parteispitze hinter verschlossenen Türen vorgebracht. Doch jetzt bemüht sich niemand mehr, die eigene Kritik zu verbergen – ganz im Gegenteil. Mehrere CDU-Politiker greifen den Kanzler direkt an. Die harsche Kritik am Kanzler und seinem Führungsstil wird nun im Überblick sichtbar.
Details der Kritik
Die Unzufriedenheit entzündet sich an konkreten Entscheidungen. Kritisiert wird unter anderem die mangelnde Kommunikation bei der Besetzung von Ministerposten. Einige Abgeordnete werfen Merz vor, sich zu wenig mit den Fraktionsmitgliedern abzustimmen. Andere beklagen einen autoritären Führungsstil, der keine abweichenden Meinungen zulasse.
„Es brodelt so massiv wie lange nicht“, zitiert der Tagesspiegel einen namentlich nicht genannten Unionspolitiker. Die offene Kritik sei Ausdruck einer tiefen Verunsicherung in der Partei.
Auswirkungen auf die Regierungsarbeit
Die öffentliche Kritik könnte die Arbeit der Bundesregierung erschweren. Experten sehen die Gefahr, dass interne Querelen die Durchsetzung von Gesetzesvorhaben behindern. Die Union steht ohnehin unter Druck, nachdem Umfragewerte zuletzt gesunken sind.
Einige Beobachter warnen davor, dass der Streit die Glaubwürdigkeit der Partei untergräbt. „Die Union muss geschlossen auftreten, wenn sie das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen will“, sagt ein politischer Analyst.
Reaktionen aus der Parteispitze
Bislang hat Kanzler Merz nicht direkt auf die Kritik reagiert. Aus seinem Umfeld heißt es, er nehme die Hinweise ernst, sehe aber keinen Anlass für grundlegende Änderungen. Die Parteispitze bemüht sich, die Wogen zu glätten. Fraktionsvize Carsten Linnemann rief zur Geschlossenheit auf: „Wir sollten uns nicht in öffentlichen Debatten verlieren, sondern an den politischen Inhalten arbeiten.“
Ob diese Appelle verfangen, bleibt abzuwarten. Die Kritiker fordern konkrete Zugeständnisse, etwa mehr Mitsprache bei künftigen Personalentscheidungen. Der Druck auf Merz steigt – und damit auch das Risiko eines offenen Machtkampfs in der Union.



