US-Zollrückzahlung beschert Philips Gewinnsprung von 146 Millionen Euro
US-Zollrückzahlung: Philips Gewinn steigt um 146 Mio Euro

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips hat seinen Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert. Hauptgrund sind Rückzahlungen von US-Zöllen in Millionenhöhe. Das Unternehmen erhielt nach eigenen Angaben 186 Millionen Dollar (163 Millionen Euro) zurück, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Zollpolitik von Präsident Donald Trump im Februar für rechtswidrig erklärt hatte.

Supreme-Court-Urteil als Wendepunkt

Der Supreme Court hatte entschieden, dass Trump mit einem Großteil der von ihm verhängten Zölle seine Zuständigkeiten überschritten hatte. Daraufhin beantragten zahlreiche Unternehmen die Rückerstattung der gezahlten Gebühren. Philips gehörte zu den ersten, die einen Antrag stellten, wie Konzernchef Roy Jakobs betonte: „Wir haben zu den ersten Unternehmen gehört, die eine Zollrückerstattung beantragten. Und deshalb gehören wir auch zu den Ersten, die den Betrag fast vollständig zurückerhalten haben.“ Der Rest der Erstattung soll im dritten Quartal folgen.

Gewinnentwicklung im Detail

Im Zeitraum von April bis Juni stieg der Nettogewinn von Philips von 240 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 386 Millionen Euro – ein Plus von 146 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftet knapp die Hälfte seines Umsatzes in Nordamerika, was die Bedeutung der Zollrückzahlung unterstreicht. Ohne die Rückerstattung wäre der Gewinn nur geringfügig gestiegen.

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Milliardenschwere Rückzahlungen an US-Unternehmen

Das US-Finanzministerium teilte kürzlich mit, dass aufgrund des Gerichtsurteils bereits Dutzende Milliarden Dollar zurückgezahlt wurden. Im laufenden Steuerjahr, das im Oktober 2025 begann, beliefen sich die Rückzahlungen auf insgesamt 81 Milliarden Dollar. Der Großteil dieser Summe entfiel auf die Monate Mai und Juni und steht in direktem Zusammenhang mit der Entscheidung des Supreme Court.

Zölle als politisches Instrument

Zölle auf Einfuhren in die USA sind ein zentrales Werkzeug von Trumps Handelspolitik. Der Präsident nutzt sie, um die Staatskasse zu füllen und Unternehmen zur Ansiedlung in den USA zu bewegen. Gleichzeitig dienen sie als Druckmittel in geopolitischen Konflikten und bei Verhandlungen über Handelsabkommen. Das Urteil des Supreme Court stellt jedoch einen erheblichen Rückschlag für diese Strategie dar, da es die rechtliche Grundlage vieler Zölle infrage stellt.

Philips selbst profitierte nicht nur von der Rückzahlung, sondern auch von einer starken Nachfrage nach Medizintechnik. Die Kombination aus operativer Stärke und einmaligen Zollrückerstattungen führte zu dem deutlichen Gewinnsprung. Analysten erwarten, dass weitere Unternehmen ähnliche Erfolge melden werden, sobald ihre Rückzahlungsanträge bearbeitet sind.

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