„Persepolis“-Autorin Marjane Satrapi im Alter von 56 Jahren gestorben
„Persepolis“-Autorin Satrapi mit 56 Jahren gestorben

Nachruf auf eine große Künstlerin

Die iranisch-französische Autorin und Regisseurin Marjane Satrapi ist tot. Sie starb im Alter von 56 Jahren, wie der Élysée-Palast in Paris und der Leiter des iranischen Kulturvereins Pouya in Paris, Abbas Bakhtiari, mitteilten. Satrapi wurde weltweit bekannt durch ihre autobiografische Graphic Novel Persepolis, in der sie ihre Kindheit im Iran, die Erfahrungen von Exil und Migration sowie die Folgen politischer Umbrüche schilderte.

Leben und Werk

Marjane Satrapi wurde 1969 in der nordiranischen Stadt Rascht geboren und wuchs in Teheran auf. Als Jugendliche wurde sie Mitte der 1980er Jahre von ihren Eltern nach Wien geschickt, um den politischen Repressionen nach der Islamischen Revolution und dem verheerenden Iran-Irak-Krieg zu entgehen. Später zog sie nach Frankreich und entwickelte sich zu einer der international bekanntesten iranischen Comic-Künstlerinnen ihrer Generation.

Ihr Werk Persepolis wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und 2007 von Satrapi gemeinsam mit Vincent Paronnaud als preisgekrönter Animationsfilm verfilmt. Neben weiteren Comics wie Broderies („Sticheleien“) und Poulet aux prunes („Huhn mit Pflaumen“) arbeitete Satrapi auch als Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

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Persönliche Schicksalsschläge

Vor knapp einem Jahr war Satrapis Ehemann Mattias Ripa gestorben. Auf ihrem Instagram-Account schrieb sie damals in mehreren Beiträgen, die Liebe ihres Lebens verloren zu haben.

Engagement für Freiheit und Frauenrechte

Satrapi galt als wichtige Stimme für Meinungsfreiheit, Frauenrechte und eine differenzierte Sicht auf die iranische Gesellschaft. Zu den Protesten im Iran nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini veröffentlichte sie 2023 den Band Frau, Leben, Freiheit.

Im Januar 2025 machte Satrapi Schlagzeilen, als sie eine Auszeichnung mit dem höchsten Verdienstorden Frankreichs, der Ehrenlegion, aus Protest ablehnte. „Die Revolution der Frauen im Iran zu unterstützen, kann sich nicht darauf beschränken, Fotos mit Opfern oder Prominenten bei den Gedenkfeiern zum Tod von Mahsa Amini zu machen“, sagte Satrapi damals auf Instagram. Neben einer fehlenden Unterstützung kritisierte sie auch, dass Frankreich jungen Iranern, Künstlern und Dissidenten Touristenvisa verweigere.

Mit Marjane Satrapi verliert die Welt eine mutige Künstlerin, die mit ihren Werken und ihrem Engagement das Bild des Iran weltweit prägte.

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