Die Frau, die mit ihren Worten „Maschendrahtzaun“ und „Knallerbsenstrauch“ zur Kultfigur wurde, ist tot. Regina Zindler starb am 5. Mai 2026 im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Die Urnenbeisetzung in einem anonymen Gemeinschaftsgrab in Zwickau fand bereits statt.
Vom Gerichtssaal in die Charts
Ihren unverhofften Ruhm erlangte Zindler im Jahr 1999. Damals trat sie in der Sat.1-Show „Richterin Barbara Salesch“ auf, in der damals noch echte Schiedsgerichtsfälle verhandelt wurden. Der Streit mit ihrem Nachbarn, der einen Knallerbsenstrauch in der Nähe ihres Maschendrahtzauns wuchern ließ, brachte sie vor die Kamera. Stefan Raab entdeckte den Fall in seiner Sendung „TV total“ und amüsierte sich über den vogtländischen Dialekt der Sächsin. Er produzierte den Song „Maschen-Draht-Zaun“, in den er die von Zindler gesprochenen Wörter mehrfach hineinsampelte.
Ein Nummer-eins-Hit
Der Song eroberte auf Anhieb Platz eins der deutschen Charts und hielt sich sechs Wochen lang an der Spitze. Zindler wurde mit zehn Pfennig pro verkaufter CD am Erlös beteiligt. Im Jahr 2014 sagte sie der „Bild“: „Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab‘ damals mein Einverständnis gegeben.“
Doch die plötzliche Popularität hatte auch Schattenseiten. Ihr Haus in Sachsen wurde von Fans und Schaulustigen belagert. Zindler flüchtete mit ihrem Mann in einen Plattenbau nach Berlin und kehrte erst Jahre später in ihre Heimat zurück.
Ein unvergessener Ohrwurm
Stefan Raab, bekannt für seine Fähigkeit, alltägliche Sprüche in Hits zu verwandeln, hatte bereits zuvor mit politischen Persönlichkeiten wie Gerhard Schröder („Ho mir ma ne Flasche Bier“) und Hans-Christian Ströbele („Gebt das Hanf frei“) ähnliche Erfolge gefeiert. Doch der „Maschendrahtzaun“-Song bleibt einer seiner bekanntesten. Regina Zindler, die unfreiwillig zur Popkultur-Ikone wurde, wird vielen in Erinnerung bleiben. Sie wurde 78 Jahre alt.



