Restaurierung in Mailand: Ärger um Glücksbringer-Mosaikstier
Ärger um Mailänder Mosaikstier nach Restaurierung

Restaurierung des Mailänder Mosaikstiers sorgt für Aufregung

Die kürzlich abgeschlossene Restaurierung des berühmten Mosaikstiers in der historischen Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Auslöser war ein Foto, das Stadtrat Marco Granelli, zuständig für öffentliche Bauten, stolz in den sozialen Medien veröffentlichte. Zahlreiche Nutzer bemängelten, dass die Darstellung nach den Arbeiten verändert wirke. Besonders die Stelle, an der Besucher seit Generationen ihre Ferse aufsetzen und sich dreimal drehen, um Glück zu erlangen, sei kaum noch zu erkennen.

Kritik an der Farbgebung

Die Mosaiksteine an dieser sensiblen Stelle bestehen nun aus hellem, rosafarbenem Marmor und heben sich deutlich schwächer vom Untergrund ab als zuvor. Einige Kommentatoren spotteten, der Stier sei „zu einem Ochsen geworden“. Andere äußerten sich enttäuscht über die handwerkliche Ausführung und kritisierten die Farbwahl der neuen Steine. Die Stadtverwaltung wies die Vorwürfe jedoch zurück und betonte, dass die Restaurierung fachgerecht erfolgt sei. Kein Element des ursprünglichen Entwurfs sei entfernt oder verkleinert worden. Man habe bewusst rosafarbenen Marmor verwendet, um die ursprüngliche Farbgebung des Kunstwerks aus dem 19. Jahrhundert wiederherzustellen. Bei der vorherigen Restaurierung im Jahr 2017 sei dagegen ein dunklerer Marmor eingesetzt worden.

Hintergrund des Mosaiks

Der sich aufbäumende Stier auf blauem Grund symbolisiert Turin, das zur Bauzeit der Galerie im Jahr 1865 die Hauptstadt Italiens war. Seit über einem Jahrhundert hat sich um das Mosaik ein Ritual etabliert: Wer sich auf den Hoden des Stiers dreht, dem soll es Glück bringen und eine sichere Rückkehr nach Mailand bescheren. Durch die täglichen Drehungen tausender Besucher war die Oberfläche im Laufe der Jahre so stark abgenutzt, dass an der betroffenen Stelle ein kleiner Krater entstanden war. Die Restaurierung sollte diesen Schaden beheben, hat nun aber neue Diskussionen ausgelöst.

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