Das Schloss Wernigerode im Harz bleibt auch in diesem Jahr der Hauptveranstaltungsort der Schlossfestspiele – trotz einer laufenden Großbaustelle. Vom 1. bis 29. August erwarten die Besucher 16 Veranstaltungen, darunter Kammermusik, Orchesterwerke, eine Operngala und Filmmusikabende. Das Programm wird vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode unter der Leitung von Christian Fitzner getragen, das seit 1. Juli fest zum Harztheater gehört.
Intime Atmosphäre und neue Perspektiven
Die Bauarbeiten am Schlossinnenring schränken die Zugänglichkeit ein – aktuell ist das Gelände nicht barrierefrei. Dennoch sehen die Verantwortlichen darin auch eine Chance. „Die äußeren Umstände fordern uns heraus, eröffnen aber zugleich neue Perspektiven auf das, was Musik im Kern ausmacht: Unmittelbarkeit, Nähe und Ausdruck“, sagte Fitzner. Auch Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha (SPD) betont den besonderen Reiz: „Die diesjährigen Festspiele sind etwas näher, etwas intimer, aber gerade deshalb besonders eindrucksvoll.“
Eröffnung mit Wagner und Höhepunkte des Programms
Die 31. Ausgabe wird mit der „First Night“ eröffnet, bei der Werke von Richard Wagner, Georges Bizet und Franz Schubert erklingen. Ein weiterer Höhepunkt ist die Operngala am 8. August, bei der Solisten und das Orchester Arien, Duette und Ouvertüren verschiedener Opern präsentieren. Filmmusikliebhaber kommen am 22. August im Konzerthaus Liebfrauen auf ihre Kosten: Das Philharmonische Kammerorchester und die Harzer Sinfoniker des Harztheaters gestalten gemeinsam einen Abend mit Musik aus Kinofilmen.
Wandelkonzerte und Angebote für Familien
Vier Wandelkonzerte ab dem 10. August laden ein, ausgewählte Räume des Schlosses musikalisch zu erkunden. Auch für Kinder gibt es besondere Erlebnisse: Am 19. August erzählt Juri Tetzlaff im Bürgerpark die Geschichte „Juri jagt das Schlossgespenst“ – ein alter Geist versteckt sich zwischen den Tönen. Am 26. August heißt es im Konzerthaus Liebfrauen „Wir bauen ein Orchester“ – ein interaktives Familienkonzert.
Kulturdenkmal mit hoher Besucherzahl
Das Schloss Wernigerode und seine drei Garten- und Parkanlagen sind seit 1999 als national wertvolles Kulturdenkmal anerkannt und Teil des Landesprojekts „Gartenträume“. Seit 1930 ist das Schloss teilweise öffentlich zugänglich, rund 50 Räume können besichtigt werden. Trotz ganzjähriger Baustellen wurden 2025 über 280.000 Gäste gezählt. Die diesjährigen Festspiele zeigen, dass selbst Einschränkungen den kulturellen Reiz nicht mindern – im Gegenteil: Sie schaffen neue, intime Hörerlebnisse.



