Jörg Schönenborn, 61, hat am Montagabend seine erste Sendung als Moderator der ARD-„Tagesthemen“ absolviert. Der langjährige ARD-Journalist begrüßte die Zuschauer mit den Worten: „Herzlich willkommen, schön, dass Sie dabei sind. Wir sehen uns hier bei den ‚Tagesthemen‘ jetzt regelmäßig, und darauf freue ich mich.“ Seinen Einstand gab er mit einem Bericht über den umstrittenen Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Chef Gianni Infantino, bei dem es um eine Schiedsrichterentscheidung gegen die US-Fußballnationalmannschaft ging. Anschließend führte Schönenborn ein Interview mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zum neuen Haushaltsentwurf.
Abschiedswort und künftige Rituale
Zum Ende der Sendung verabschiedete sich Schönenborn mit einem schlichten „Tschüss und lassen Sie es gut gehen.“ Ob dies zu einem festen Ritual wird, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld hatte er der Nachrichtenagentur KNA gesagt: „Wenn das Schlusswort so viel Gewicht bekommt, bleibe ich vielleicht doch einfach bei einem freundlichen ‚Tschüss!‘.“ Er grenzt sich damit von seinen Kollegen ab: Ingo Zamperoni beendet seine Moderationen stets mit „Bleiben Sie zuversichtlich!“, während Ulrich Wickert früher stets „eine geruhsame Nacht“ wünschte.
Schönenborns Vision für die Sendung
Schönenborn kündigte an, die „Tagesthemen“ vor allem durch eine ausgewogene Themensetzung prägen zu wollen. „Ich möchte für Journalismus stehen, der richtig ist, der vollständig ist, der Neugier zeigt, der Perspektiven einnimmt, die wir noch nicht kennen“, sagte er gegenüber KNA. Er teilt sich die Moderation künftig mit Jessy Wellmer und Ingo Zamperoni. Der Sender hatte bei seiner Vorstellung mitgeteilt, dass Schönenborn weiterhin Wahlergebnisse und -analysen in der ARD präsentieren und einer der Gastgeber des ARD-„Presseclubs“ am Sonntagmittag bleiben wird.
Eine lange Verbindung zu den „Tagesthemen“
Schönenborn verbindet eine lange Geschichte mit den „Tagesthemen“. Bereits 1992 berichtete er als Reporter live für die Sendung, später war er als Korrespondent für Nordrhein-Westfalen und mit Analysen aus dem Wahlstudio im Einsatz. Der 61-Jährige bringt damit jahrzehntelange Erfahrung in seine neue Rolle ein.



