Unesco streicht Wiener Altstadt von Roter Liste – Hochhausprojekt angepasst
Wiener Altstadt: Unesco streicht Gefährdungsstatus

Das Unesco-Welterbekomitee hat am Montag im südkoreanischen Busan beschlossen, das historische Zentrum Wiens von der Liste der gefährdeten Welterbestätten zu streichen. Die Entscheidung fiel nach einer erneuten Prüfung des Bauvorhabens am Heumarkt, das 2017 zur Aufnahme in die Rote Liste geführt hatte.

Hintergrund: Hochhausprojekt am Heumarkt

Im Jahr 2017 wurde die Wiener Altstadt wegen eines geplanten Hochhausprojekts am Heumarkt in die Rote Liste der Unesco aufgenommen. Das ursprünglich bis zu 73 Meter hohe Gebäude sollte im Herzen der Stadt entstehen und stieß auf massive Kritik, da es den historischen Charakter der Innenstadt beeinträchtigen würde. Wien gehört seit 2001 zum Unesco-Welterbe und wird für sein einzigartiges Stadtbild mit Bauwerken aus Mittelalter, Barock und Gründerzeit geschätzt.

Anpassungen und aktuelle Situation

Seit der Aufnahme in die Rote Liste wurde das Bauvorhaben mehrfach überarbeitet. Die maximale Höhe des Hochhauses wurde von 73 auf knapp 50 Meter reduziert. Zudem wurden weitere gestalterische Anpassungen vorgenommen, um die visuelle Wirkung auf das historische Ensemble zu minimieren. Die Unesco würdigte diese Fortschritte und entschied, den Gefährdungsstatus aufzuheben. Allerdings steht die neue Variante noch vor einer Umweltverträglichkeitsprüfung, deren Ergebnis abgewartet werden muss.

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Auswirkungen auf andere Welterbestätten

Mit der Streichung Wiens verbleiben noch 58 Einträge auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten. Die meisten dieser Stätten sind durch kriegerische Konflikte, Naturkatastrophen oder die Folgen des Klimawandels bedroht. Die Unesco betont, dass die Rote Liste als Instrument dient, um auf akute Gefährdungen aufmerksam zu machen und Schutzmaßnahmen einzuleiten. Der Fall Wien zeigt, dass durch Dialog und Anpassungen eine Abwendung der Gefährdung möglich ist.

Bedeutung des Welterbestatus für Wien

Der Welterbestatus ist für Wien von großer touristischer und kultureller Bedeutung. Die Innenstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Stephansdom, der Hofburg und dem Belvedere zieht jährlich Millionen von Besuchern an. Die Streichung von der Roten Liste wird daher von der Stadtregierung und der Tourismusbranche begrüßt. Sie sehen darin eine Bestätigung der Bemühungen, das kulturelle Erbe zu bewahren und gleichzeitig moderne Architektur integrieren zu können.

Die Entscheidung des Welterbekomitees wurde nach einer mehrtägigen Sitzung in Busan getroffen, die noch bis Mittwoch andauert. Weitere Themen der Sitzung sind unter anderem die Überprüfung des Zustands anderer Welterbestätten in aller Welt.

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