Der Begriff „Daddy“ hat sich in der Popkultur zu einem eigenen Männertypus entwickelt. Auslöser war unter anderem der Schauspieler Pedro Pascal, der in einem „Vanity Fair“-Interview das Daddy-Sein zur „Lebenseinstellung“ erklärte. Der 51-Jährige verkörpert in Rollen wie in „The Last of Us“ oder als Mandalorianer in der „Star Wars“-Welt eine beschützende Vaterfigur.
Pedro Pascal ist privat kinderlos und unverheiratet, lässt seine sexuelle Orientierung offen und setzt sich öffentlich für Migranten-, Frauen- und Transgender-Rechte ein. Seine Schwester Lux ist trans, zu der er stolz hält. Pascal zeigt zudem Schwächen wie Schlafprobleme oder eine Angststörung und trägt auffällige Mode – Eigenschaften, die traditionelle Männlichkeitsbilder aufbrechen.
Medienwissenschaftlerin Sophie Einwächter von der Uni Marburg sieht in Pascal ein Beispiel für „positiv aufgeladene, spielerische, nicht perfekte und dabei für Frauen und viele Minderheiten ‚sichere‘ Männlichkeit“. Gerade in krisenreichen Zeiten fungiere dieser Typus als Trostspender, ähnlich wie schon Keanu Reeves.
Ein weiterer prominenter „Daddy“ ist Oscar Isaac, 47, derzeit in der Netflix-Serie „Beef“ zu sehen. Beide Schauspieler stammen aus Lateinamerika, doch laut Experten geht es beim Hype nicht um Ethnie oder Äußerlichkeiten wie graue Schläfen oder einen Dad Bod, sondern um eine Aura der Geborgenheit.
Prototypen des „Daddy“ in Hollywood waren einst Richard Gere und George Clooney. Heute zählen auch Ethan Hawke, Antonio Banderas und Mark Ruffalo dazu. In Deutschland wird Schauspieler Florian Brückner genannt, bekannt durch seine fürsorgliche Rolle als neuer „Pumuckl-Papa“.
Der Begriff „Daddy“ wird oft mit „Vaterkomplex“ oder „Daddy Issues“ assoziiert, doch diese sind keine klinischen Begriffe, sondern haben sich nur umgangssprachlich eingebürgert. Der neue Männertypus steht vielmehr für Haltung, Prinzipien und Solidarität.



