Zinners sanfte Fastenpredigt-Premiere am Nockherberg kommt gut an
Zinners sanfte Fastenpredigt-Premiere am Nockherberg kommt gut an

Stephan Zinner hat am Mittwoch seine erste Fastenpredigt auf dem Münchner Nockherberg gehalten und dabei meist sanftere Töne angeschlagen als sein Vorgänger Maxi Schafroth im Vorjahr. Der Schauspieler dankte artig für seine Einladung und nahm die versammelte Polit-Prominenz weniger hart ran. Stattdessen sorgte das spätere Singspiel mit apokalyptischem Humor für Gänsehautmomente.

Insgesamt 2,2 Millionen Menschen verfolgten die Live-Übertragung im BR Fernsehen bundesweit, davon 1,7 Millionen in Bayern. Das Zuschauerinteresse sinkt damit im dritten Jahr infolge leicht: 2025 waren es noch 2,3 Millionen, 2024 sogar 2,6 Millionen.

Zinner eröffnete seine Rede mit den Worten: „Für mich ist das Derblecken – gerade jetzt – ein positives Signal von hier an den Rest der Republik.“ Er arbeitete sich zunächst an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab, etwa mit dem Satz: „Groß ist, wer sich kleinmachen kann, ohne sich klein zu fühlen.“ Auch Anspielungen auf Söders Bart, seine Hüft-Operation und den von der CSU gepflegten „Regionalpopulismus“ blieben deutlich milder als die Kritik seines Vorgängers.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In Erinnerung dürfte Zinners Abgesang auf den gesunden Menschenverstand bleiben: „Das Augenmaß ist durch Dauerempörung, Parteitage, Bierzelte und Talkshows in Berlin ausgestorben, in München in Gefangenschaft, in Brüssel auf der Fahndungsliste.“ Er forderte mehr Zusammenhalt und Respekt für alle, unabhängig von Herkunft oder Status.

Deutlichere Worte fand Zinner für die Atomkraft-Renaissance-Wünsche („Echt jetzt? Gott im Himmel hilf!“) sowie für Bundeskanzler Friedrich Merz: „Wer von Brandmauern spricht und zugleich mit den Fackeln der Worte zündelt, der sollte schon wissen, dass oft nur ein Funke genügt, damit der Stammtisch brennt.“ Die SPD um Lars Klingbeil und Bärbel Bas blieb weitgehend verschont, während das bayerische Schulsystem scharfe Kritik einstecken musste.

Die Reaktionen der „Derbleckten“ fielen wohlwollend aus. Söder sagte: „Guter Start, war insgesamt viel Gutes dabei.“ Aigner zeigte sich amüsiert über Zinners Traum von ihr als Ministerpräsidentin. Bas lobte „schöne Spitzen“, und Innenminister Alexander Dobrindt befand: „Humor, Kritik, hintersinnig, die Mischung passt.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration