Eine Dinnerparty mit besonderem Abschluss: In der neuen Netflix-Reality-Show "The Invite" treffen sich mehrere Paare zu einem Abendessen – und am Ende steht Gruppensex auf dem Programm. Die Serie, die ab sofort auf der Streaming-Plattform verfügbar ist, sorgt bereits vor dem Start für hitzige Debatten.
Das Konzept von "The Invite"
In jeder Folge lädt ein Paar drei weitere Paare zu einer exklusiven Dinnerparty ein. Was die Gäste zunächst nicht wissen: Der Abend soll in einer sexuellen Gruppenaktivität münden. Die Teilnehmer werden im Vorfeld über den Zweck informiert, müssen aber nicht teilnehmen. Die Show begleitet die Paare bei der Annäherung und den Gesprächen, bevor es im Schlafzimmer zur Sache geht.
Laut Produktionsangaben haben sich rund 500 Paare für die erste Staffel beworben, nur zwölf wurden ausgewählt. Die Serie ist in Großbritannien produziert und läuft international auf Netflix. "Wir wollten ein ehrliches Bild von modernen Beziehungen zeigen", sagte ein Sprecher des Produktionsteams gegenüber der Nachrichtenagentur PA.
Kontroverse um Sex im Fernsehen
Die Ankündigung der Show hat eine Debatte über die Grenzen des Erträglichen im Reality-TV entfacht. Kritiker bemängeln, dass die Serie Tabus breche, aber auch die Gefahr von Ausbeutung bestehe. "Es ist ein schmaler Grat zwischen Emanzipation und Pornografie", schrieb der Medienethiker Dr. Thomas Schröder in einem Kommentar. Befürworter hingegen loben den offenen Umgang mit Sexualität.
Eine Umfrage unter 1.000 Zuschauern ergab, dass 42 Prozent die Show als progressiv bezeichnen, während 38 Prozent sie als geschmacklos empfinden. Die restlichen 20 Prozent waren unentschlossen. Netflix selbst betont, dass alle Teilnehmer volljährig sind und die Szenen einvernehmlich stattfinden.
Internationale Erfolge und Skandale
"The Invite" ist nicht die erste Serie, die offen Sex zeigt. Bereits Formate wie "Too Hot to Handle" oder "Sex/Life" sorgten für Aufsehen. Doch der Schritt zum expliziten Gruppensex ist neu im Mainstream-Streaming. In den Niederlanden gab es ähnliche Formate, die jedoch nur auf Nischensendern liefen.
Die erste Staffel umfasst acht Folgen mit einer Länge von jeweils 45 Minuten. Eine zweite Staffel wurde noch nicht bestätigt, aber Netflix beobachtet die Quoten genau. Branchenexperten rechnen mit hohen Abrufzahlen, da die Kontroverse Neugier weckt.
Reaktionen der Teilnehmer und Experten
Eine Teilnehmerin, die anonym bleiben möchte, sagte der BBC: "Es war eine befreiende Erfahrung, aber auch anstrengend. Wir haben vorher viel darüber gesprochen." Der Sexualtherapeut Markus Wagner warnt jedoch: "Solche Formate können Druck auf Paare ausüben, die nicht bereit sind."
Das Medienunternehmen Netflix hat angekündigt, die Serie mit psychologischer Begleitung zu produzieren. Nach den Dreharbeiten wurden die Paare betreut. Ob dies ausreicht, um Kritiker zu besänftigen, bleibt abzuwarten. Die Debatte um "The Invite" dürfte noch länger anhalten.



