König Charles verlässt Buckingham Palace: „Er hat es nie geliebt“
Charles verlässt Buckingham Palace: „Er hat es nie geliebt“

König Charles III. bereitet sich offenbar darauf vor, Buckingham Palace dauerhaft zu verlassen. Das berichtet die britische Journalistin und Royal-Expertin Anne McElvoy im Gespräch mit Thomas Kausch. „Charles hat Buckingham Palace nie geliebt“, so McElvoy. Der Palast sei für ihn nie ein Zuhause gewesen, sondern stets ein Ort der Pflicht und der Repräsentation.

Ein Umzug mit Symbolkraft

Der geplante Auszug des Königs aus der offiziellen Residenz in London wäre ein historischer Schritt. Seit der Thronbesteigung 2022 hatte Charles bereits signalisiert, dass er den Palast modernisieren und schlanker aufstellen will. McElvoy zufolge sei der Umzug Teil einer größeren Strategie, die Monarchie effizienter und kostengünstiger zu gestalten. „Charles will die Royals als eine ‚fast normale‘ Familie präsentieren“, so die Expertin.

Der König selbst habe nie eine enge Bindung zu dem 775-Räume-Anwesen entwickelt. Anders als seine Mutter Queen Elizabeth II., die den Palast als Arbeitsplatz und Wohnsitz gleichermaßen schätzte, empfinde Charles ihn als unpersönlich und überdimensioniert. Bereits als Prinz von Wales lebte er lieber auf seinen Landsitzen Highgrove und Clarence House.

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Wohin zieht der König?

Als neue Hauptresidenz des Königs gilt Windsor Castle, wo Charles und Königin Camilla bereits einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Windsor biete mehr Privatsphäre und sei besser für das königliche Familienleben geeignet. McElvoy betont, dass der Umzug nicht überstürzt erfolge, sondern wohl überlegt sei. „Es geht nicht um eine Flucht, sondern um eine Neuausrichtung“, sagte sie.

Buckingham Palace solle künftig vor allem repräsentativen Zwecken dienen, etwa für Staatsbesuche und Empfänge. Die laufenden Renovierungsarbeiten, die auf 369 Millionen Pfund geschätzt werden, laufen bereits seit Jahren. Ein Teil des Palastes könnte künftig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um Einnahmen zu generieren.

Reaktionen aus dem Königshaus

Offiziell hat der Palast den Umzug noch nicht bestätigt. Insidern zufolge sei die Entscheidung jedoch gefallen. „Charles hat sich lange mit dem Gedanken getragen“, so McElvoy. „Jetzt setzt er ihn um.“ Auch Prinz William, der Thronfolger, soll den Plan unterstützen. William selbst bewohnt mit seiner Familie Adelaide Cottage in Windsor und könnte langfristig ebenfalls eine kleinere Residenz bevorzugen.

Kritiker sehen in dem Umzug einen weiteren Schritt zur Entmystifizierung der Monarchie. „Die Royals werden normaler, aber auch angreifbarer“, kommentiert der Historiker Robert Lacey. Befürworter hingegen loben die Modernisierung: „Es ist vernünftig, dass der König dorthin zieht, wo er sich wohlfühlt“, so ein Palastmitarbeiter.

Auswirkungen auf den Tourismus

Buckingham Palace ist eine der größten Touristenattraktionen Londons. Sollte der König dauerhaft ausziehen, könnte dies die Besucherzahlen beeinflussen. „Der Reiz des Palastes liegt auch darin, dass er bewohnt ist“, sagt Tourismusexperte John H. „Wenn Charles nicht mehr dort wohnt, könnte das Interesse etwas nachlassen.“ Dennoch plant der Palast, die Staatlichen Räume weiterhin zu öffnen und neue Ausstellungen zu präsentieren.

Der Umzug wird voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre vollzogen. König Charles III. wird dann als erster Monarch seit Königin Victoria nicht mehr in Buckingham Palace residieren. Victoria hatte den Palast 1837 zur offiziellen Residenz gemacht.

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