Anna-Carina Woitschack gewinnt „Let's Dance“ 2026 – Llambi als Bohlen
„Let's Dance“ 2026: Anna-Carina Woitschack siegt im Finale

„Let's Dance“ verteidigt 2026 den Titel als beste Gute-Laune-Show im deutschen Fernsehen. Das Finale war tänzerisch so gut wie nie, die Finalisten aber etwas farblos. Und RTL ging wieder an die Schmerzgrenze.

Die Verantwortlichen beim Kölner Sender RTL wissen genau, was sie tun. Nach vier Stunden und einer Minute Sendezeit um 0:16 Uhr am Samstagmorgen wurde eine letzte Werbepause eingelegt. Neben Waschmittel- und Rasierwerbung zeigte ein Splitscreen die nervösen Finalpaare auf der Tanzfläche. Jurorin Motsi Mabuse riss ekstatisch die Arme hoch, der ausgeschiedene Tokio-Hotel-Schlagzeuger Gustav Schäfer spielte mit Profitänzer Valentin Lusin Schnick, Schnack, Schnuck. Andere Profis tanzten eine lautlose Polonaise. Ein User auf X brachte es auf den Punkt: „Junge, macht mal hinne, es ist bald halb eins.“

Entscheidung nach Mitternacht

Um 0:30 Uhr verkündete Moderatorin Victoria Swarovski, dass es noch nie eine so knappe Entscheidung im Finale der 19. Staffel gegeben habe. Mit lautstarkem Herzschlag unterlegt, gab sie den Sieg von Anna-Carina Woitschack und Evgeny Vinokurov bekannt. Die Schlagersängerin ist „Dancing Star 2026“. Knapp dahinter landete der Rapper Milano mit Marta Arndt, Dritter wurde Joel Mattli mit Malika Dzumaev. Alle drei waren fantastische Tänzer.

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Llambi als neuer Bohlen

Oberjuror Joachim Llambi, der einzige Mensch im RTL-Showformat, der noch mit „Herr“ und „Sie“ angeredet wird, hat seine Siegerin bekommen. Er machte in dieser Staffel den Dieter Bohlen. Ähnlich wie der DSDS-Juror einst Menowin Fröhlich zum Sieger zureden versuchte, legte sich Llambi unermüdlich für Woitschack ins Zeug. Zu ihren Finaltänzen sagte er: „Wenn ich die ganze Staffel Revue passieren lasse, war das der beste Tanz von allen“, „10 Punkte. Alles andere ist eine Frechheit“ und „Ich weiß nicht, was man noch alles tun soll, um hier zu gewinnen. Besser geht es nicht.“ Er erzählte sogar, dass sie seit März für jeden Tanz – außer der Rumba – stets Höchstwertungen von neun oder zehn Punkten bekommen habe. Mehr Parteinahme gab es selten.

Knapper Sieg trotz Überlegenheit

Dass es dennoch so knapp wurde, lag an der hohen Talentdichte. Noch nie waren so viele talentierte Tänzer unter den Prominenten. Aber es fehlte an Charakteren. Zwei Ausnahmen: Ross Antony, der mit Begeisterung und Optimismus beinahe ins Finale kam, und Gustav Schäfer, der durch Bodenständigkeit und trockenen Humor weit getragen wurde.

Der Skandal der Staffel: Nach Show 8, als Nadja Benaissa trotz Höchstwertungen rausgewählt wurde, während Gustav Schäfer blieb, wetterte Llambi auf Instagram: „Für mich ein Schlag ins Gesicht für Leistung und Fairness. Wo Leistung nichts mehr zählt, verliert die Show. Germany 0 Points.“

Finalisten ohne Profil

An Tanztalenten mangelte es nicht. Neben den Finalisten zeigten das Jan Kittmann und Nadja Benaissa. Das Problem: Sie entwickelten kein prägnantes Profil. Joel Mattli, Milano und Anna-Carina Woitschack betonten stets, wie „emotional“ alles sei, aber man spürte es nicht. Die größte Platitüde war das Wort „Reise“, das alle drei Finalisten ständig verwendeten. Es ist eine der hohlsten Floskeln und sagt nichts.

Aufreger des Abends

Das feste Besteck von „Let's Dance“ sind umgebaute Popsongs. Im Finale war das besonders abenteuerlich. Rihannas „Umbrella“ wurde für den Quickstep der Siegerin fast unkenntlich gemacht. Und Oasis' „Wonderwall“ zu einer Big-Band-Jazznummer umzuformen, haben selbst Oasis nicht verdient.

Punkteflut und Rätsel

Anna-Carina Woitschack erhielt bei allen drei Finaltänzen die vollen 90 Punkte. Milano bekam zweimal eine Neun und kam auf 88 Punkte. Warum Motsi Mabuse dem Rapper beim letzten Tanz nur neun Punkte gab, blieb ihr Geheimnis. Ebenso, warum Joel Mattli nach großem Lob nur dreimal neun Punkte bekam – das war entscheidend.

Kussfrage bleibt offen

Nach dem Freestyle von Milano und Marta zum Thema „Spider-Man“ fragte sich die Gemeinde: War das ein Kuss? Die beiden endeten in der berühmten Kopfüber-Kuss-Szene. Wie üblich ließen Akteure und Kameraleute die Frage bewusst in der Schwebe.

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Anna-Carina Woitschack hat nun alle relevanten Privatfernsehformate durchlaufen. Ob sie ihren Frieden macht, bleibt fraglich. Im Finale haderte sie mit mangelnder Liebe des Publikums. Ein typischer Kommentar auf X: „Ich weiß nicht, warum, aber ich fühl sie einfach nicht.“

Der Satz, der hängen blieb: „Ich bin froh, dass ihr alle letztes Jahr nicht da wart. Denn dann stünde ich jetzt nicht hier.“ (Diego Pooth, Vorjahressieger)

Am Freitag, 5. Juni, läuft die „Let's Dance Profi-Challenge 2026“ um 20.15 Uhr bei RTL und RTL+.