Albert Ostermaiers neues Stück „Munich Machine“ wurde uraufgeführt. Der Untertitel lautet „Eine Utopie in memoriam Klaus Lemke“. Der Titel zitiert das gleichnamige Album von DJ Hell aus dem Jahr 1998.
Das Stück zerdehnt die letzte Minute im Leben des 2025 verstorbenen anarchischen Filmregisseurs auf eine, mit Pause, mehr als dreistündige Sterbeminute. In dieser Minute läuft ein Film ab, in den Ostermaier viele Schrecklichkeiten der Geschichte Münchens im 20. Jahrhundert packt.
Dazu gehören die Räterepublik, der Nationalsozialismus, Lenin, Hitler, Ludwig Thoma, der Schelling-Salon, Franz Josef Strauß, die vom Attentat überschatteten Olympischen Spiele von 1972, die RAF, die Wehrsportgruppe Hoffmann, das Oktoberfestattentat und der Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.
Das Ganze ist im Stil einer Stadtbeschimpfung à la Thomas Bernhard gehalten und greift über Dachau bis nach Altötting als dem „Herz der Finsternis“ aus. Kritiker bemängeln, dass das Stück den Geist Münchens verfehle.



