Das Festival für junge Regie „Radikal jung“ am Münchner Volkstheater feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Bis zum 3. Mai 2026 sind zwölf Inszenierungen auf den drei Bühnen an der Tumblinger Straße zu sehen. Der Auftakt war von starken Kontrasten geprägt.
Zur Eröffnung am Freitag sprachen Münchens Kulturreferent Marek Wiechers und Intendant Christian Stückl, der das Festival ins Leben rief. Wiechers betonte die Bedeutung junger, meinungsstarker Perspektiven im Theater. Stückl versicherte, das Festival werde fortgesetzt, auch wenn die Stadtkasse knapp sei. Die Eröffnungsproduktionen waren fast ausverkauft.
Die Inszenierungen konkurrieren um den mit 4000 Euro dotierten Publikumspreis, gestiftet vom Volkstheater-Freundesverein. Der Auftakt mit Mikheil Charkvianis „Antigone“ vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden enttäuschte jedoch. Die Inszenierung, die Sophokles als Blaupause für weiblichen Widerstand gegen autokratische Systeme nutzt, blieb hinter den Erwartungen zurück. Das Bühnenbild mit zwölf Klavieren und die Musik von Erekle Getsadze waren die Höhepunkte, doch das Ensemble hatte sprachliche Schwierigkeiten mit Roland Schimmelpfennigs Bearbeitung.
Deutlich besser war „Opera of Hope“ am Samstag, eine Produktion von Kampnagel aus Hamburg. Regisseurin Mable Preach erzählt darin die Flucht ihrer Familie aus Ghana mit den Mitteln der Oper, des Tanzes und des Erzähltheaters. Aus Streicherklängen, Beats, Gospel und Pop schafft das Ensemble eine berührende Geschichte über das Menschsein. Das Publikum reagierte mit heftigem Jubel.



