Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat am Montag den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in Peking empfangen. Laut chinesischer Regierungserklärung haben die Beziehungen zwischen China und Belarus „die Prüfungen internationaler Herausforderungen standgehalten“ und „treten in die beste Phase ihrer Geschichte ein“. Xi forderte, beide Länder „sollten Ressourcen in allen Bereichen mobilisieren“, um den Aufbau der chinesischen Investitionsoffensive Neue Seidenstraße voranzutreiben und die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen. Lukaschenko äußerte sich laut dem Telegram-Kanal des belarussischen Präsidialamtes ähnlich lobend über die Beziehungen zu China.
Ukrainekrieg als zentrales Gesprächsthema
Ein wichtiges Thema bei den Gesprächen in Peking dürfte der Ukrainekrieg sein. Lukaschenkos Reise nach China folgt auf ein Treffen mit Wladimir Putin in der vergangenen Woche. Der belarussische Machthaber ist ein enger Verbündeter Moskaus und finanziell sowie politisch stark vom Nachbarn Russland abhängig. Belarus grenzt im Süden an die Ukraine und spielt für Russland eine wichtige Rolle in dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Lukaschenko hatte den russischen Streitkräften 2022 erlaubt, vom Territorium seines Landes aus die Ukraine anzugreifen, eine direkte Beteiligung an dem russischen Angriffskrieg jedoch abgelehnt. In Belarus, das an die Ostflanke der Nato grenzt, sind atomwaffenfähige russische Oreschnik-Raketen stationiert.
Wachsende Spannungen zwischen Belarus und der Ukraine
Der Besuch in China findet vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Belarus und der Ukraine statt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kürzlich erklärt, er glaube, dass Putin Lukaschenko zu einer stärkeren Unterstützung Russlands im Ukrainekrieg drängen wolle. China präsentiert sich im Ukrainekonflikt stets als neutral. Die Volksrepublik hat in einem Zwölf-Punkte-Papier zu Waffenruhe und Friedensverhandlungen aufgerufen. Die Bemühungen Pekings, sich mit Vorschlägen stärker einzubringen, werden allerdings mit Skepsis betrachtet, da China den russischen Angriffskrieg bis heute nicht verurteilt hat. Die westlichen Verbündeten der Ukraine werfen Peking vor, Moskau heimlich zu unterstützen.
Lukaschenkos letzter Besuch in Peking
Zuletzt war Lukaschenko im September 2025 in Peking zu Gast. Damals nahm er an einer Militärparade sowie am Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) teil.



