Der Iran hat dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgeschlagen. Wie Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen Fernsehen mitteilte, soll die Route in die eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen. Einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung der Transitwege lehnt Teheran ab, da dieser die Sicherheitsbedenken des Landes nicht ausräume, solange keine langfristige regionale Stabilität erreicht sei.
Sollte die Regierung in Maskat den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen, fügte Gharibabadi hinzu. Der Iran habe die Südroute entlang der omanischen Küste nie anerkannt. Der Oman hatte zuvor einen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Meerenge vorgeschlagen, ähnlich der Straße von Malakka.
Ukraine warnt Iran vor Eskalation
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte seinen iranischen Amtskollegen Abbas Aragtschi nach dem Angriff auf ein iranisches Schiff vor einer Eskalation. In einem Telefonat forderte Sybiha zudem ein Ende der Unterstützung Teherans für Russland im Krieg gegen die Ukraine, wie er auf der Plattform X mitteilte. Hintergrund ist eine ukrainische Drohnenattacke auf ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer, bei der ein Seemann getötet und ein weiterer verletzt wurde. Der Iran droht deshalb mit Konsequenzen. Sybiha betonte, die Ukraine greife keine zivilen Schiffe an. „Es sei das Ziel Kiews, eine unnötige Eskalation zu vermeiden“, teilte er mit.
Trump und Netanjahu im Weißen Haus
Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Weißen Haus ist beendet. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete beide Treffen – auch das mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – als „positiv und produktiv“. Netanjahu versuche nach Darstellung von Trump, die USA davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Israel wolle den Krieg Medienberichten zufolge fortsetzen, während Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung lag.
Iran benennt Schäden bei US-Angriffen
Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Iran sind nach Angaben der iranischen Regierung unter anderem ein Flughafen und ein Kontrollturm für den Schiffsverkehr zerstört worden. Zudem seien zwölf Brücken und zwei Tunnel beschädigt worden, teilte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit. Der internationale Flughafen von Buschehr am Persischen Golf sei nicht mehr betriebsfähig. Die beiden beschädigten Tunnel seien inzwischen wieder geöffnet worden. Zudem sei zivile Infrastruktur wie eine Wetterstation und Fischerboote zerstört worden.
Weitere Entwicklungen
US-Präsident Trump berichtete von guten Gesprächen mit dem Iran, drohte aber zugleich mit weiteren Angriffen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Er wolle Attacken auf iranische Brücken und Kraftwerke vermeiden, falls möglich. Der Ölpreis fiel nach Trumps Äußerungen deutlich: Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 8,2 Prozent.
Pakistan sieht Indizien für eine US-Bodenoffensive im Iran. Der Iran wies Berichte zurück, er habe um Gespräche mit den USA gebeten. Vermittler unter Führung Katars und Pakistans meldeten dagegen Fortschritte bei den Bemühungen um Verhandlungen.



