Japan erhöht Visumgebühren für alle Ausländer um das Fünffache
Japan: Visumgebühren steigen um das Fünffache

Die japanische Regierung erhöht die Gebühren für Visa für alle ausländischen Staatsangehörigen, die ab dem 1. Juli einen Antrag stellen. Das bestätigte Außenminister Toshimitsu Motegi in einer Pressekonferenz. Die Gebühr für ein einmaliges Visum steigt von 3.000 Yen auf 15.000 Yen (umgerechnet rund 81 Euro). Für Mehrfachvisa erhöht sich der Betrag von 6.000 auf 30.000 Yen (162 Euro). Damit werden die Visumgebühren in Japan verfünffacht.

Erste Anpassung seit fast 50 Jahren

Wie die „Japan Times“ berichtet, handelt es sich um die erste Anpassung der Visumgebühren seit 48 Jahren. Motegi begründete den Schritt mit der anhaltenden Inflation und Wechselkursschwankungen. Die Entscheidung sei nach sorgfältiger Abwägung getroffen worden. Man erwarte keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf den Tourismus. Bereits im Mai hatte das japanische Oberhaus einen Gesetzentwurf zur Erhöhung weiterer Gebühren für Ausländer verabschiedet. Ziel ist es, steigende Verwaltungskosten zu decken, die durch die wachsende ausländische Bevölkerung entstehen.

Anpassung an westliche Standards

Japan möchte seine Gebührenordnung enger an die westlicher Länder angleichen, um ein robusteres Einwanderungssystem aufzubauen. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Visumgebühr für Erwachsene 90 Euro, für Antragsteller aus dem Schengenraum lediglich 35 Euro.

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Tourismusboom in Japan hält an

Japan erlebt seit Jahren einen Tourismusboom. Im vergangenen Jahr reisten 42,7 Millionen Menschen ins Land – ein Rekordwert, so das Verkehrsministerium. 2024 waren es noch 37 Millionen. Die meisten Touristen kamen aus China, aber auch die Zahl der Europäer stieg stark. Die Regierung in Tokio rechnet bis 2030 mit 60 Millionen jährlichen Touristen.

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