Der neue Linken-Co-Chef Luigi Pantisano hat die CDU als faschistisch bezeichnet. Diese Einschätzung ist nicht nur ahistorisch, sondern auch unklug und gefährlich, wie ein Kommentar von Severin Weiland analysiert. Pantisano bewege sich damit im DDR-Geschichtsbild der Nachkriegsjahre, das die bürgerlichen Parteien pauschal als faschistoid verurteilte.
Ein historisch unhaltbarer Vergleich
Die Gleichsetzung der heutigen CDU mit dem Faschismus ignoriert grundlegende historische Fakten. Die CDU ist eine demokratische Partei, die fest im Grundgesetz verankert ist. Sie hat sich nach 1945 klar vom Nationalsozialismus distanziert und steht für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung. Pantisanos Vorwurf entbehrt jeder empirischen Grundlage und verharmlost die Verbrechen des historischen Faschismus.
Severin Weiland betont in seinem Kommentar, dass solche pauschalen Diffamierungen die politische Auseinandersetzung vergiften. Sie erschweren eine sachliche Debatte und spalten die Gesellschaft weiter. Zudem stärken sie extremistische Kräfte, die von einer solchen Polarisierung profitieren.
Gefahren für die demokratische Kultur
Die Bezeichnung der CDU als faschistisch ist nicht nur falsch, sondern auch politisch gefährlich. Sie untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen und Parteien. Wenn eine etablierte Partei wie die Linke solche Begriffe verwendet, normalisiert sie extreme Rhetorik. Dies kann dazu führen, dass tatsächliche faschistische Tendenzen nicht mehr ernst genommen werden.
Laut Weiland ist dies ein unkluger Schachzug von Pantisano, der der Linken langfristig schaden könnte. Statt sich mit den realen Problemen der Bevölkerung zu befassen, verliere man sich in ideologischen Grabenkämpfen. Die Wählerinnen und Wähler erwarten konkrete Lösungen, keine historischen Fehlgriffe.
Rückfall in DDR-Denkmuster
Der Kommentar verweist auf die Tradition der DDR, in der bürgerliche Parteien pauschal als „faschistisch“ oder „reaktionär“ gebrandmarkt wurden. Pantisano greife dieses Muster auf, ohne die differenzierte Realität der Bundesrepublik zu berücksichtigen. Die CDU mag konservativ sein, aber sie ist Teil des demokratischen Spektrums.
Weiland appelliert an die Linke, sich von solchen historischen Altlasten zu befreien. Nur eine sachliche und respektvolle Auseinandersetzung mit politischen Gegnern stärke die Demokratie. Die Faschismuskeule sei ein stumpfes Schwert, das niemandem nützt.



