Die Sommerferien in Deutschland haben begonnen, und viele Urlauber zieht es ans Mittelmeer oder an die Adria. Doch statt der erhofften Abkühlung erwartet sie dort eine Überraschung: Die Wassertemperaturen sind so warm wie selten zu dieser Jahreszeit. Auf Mallorca, Ibiza, in Griechenland und anderen beliebten Reisezielen liegen die Temperaturen bereits jetzt auf Rekordniveau.
Ursachen für die außergewöhnliche Wärme
Laut Karsten Brandt von donnerwetter.de ist die Hauptursache für die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen die anhaltende Hitzewelle in Südeuropa. Seit Wochen sorgt stabiles Hochdruckwetter für viel Sonnenschein und hohe Lufttemperaturen, die das Meerwasser aufheizen. Hinzu kommt, dass die Nächte ebenfalls sehr warm sind, sodass das Wasser kaum abkühlen kann. Brandt erklärt: „Die Kombination aus langer Sonneneinstrahlung und geringer Abkühlung in der Nacht führt dazu, dass die Wassertemperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel liegen.“
Aktuelle Messwerte und Vergleich
An vielen Stränden Spaniens, Italiens und Griechenlands werden derzeit Wassertemperaturen zwischen 26 und 29 Grad Celsius gemessen. Das sind bis zu vier Grad mehr als üblich für Anfang Juli. In der Adria liegen die Werte stellenweise sogar bei 30 Grad. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt liegen die Temperaturen im Mittelmeer im Juli bei etwa 24 bis 26 Grad. Besonders betroffen sind flache Buchten und Küstenabschnitte, die sich schneller erwärmen.
Auswirkungen auf Urlauber und Umwelt
Für Badeurlauber bedeuten die warmen Temperaturen zwar angenehmes Schwimmen ohne Kälteschock, aber die hohen Werte haben auch negative Folgen. So kann es vermehrt zu Algenblüten kommen, die die Wasserqualität beeinträchtigen. Zudem steigt die Gefahr von Quallenplagen, da sich Quallen in warmem Wasser besonders wohlfühlen. Auch die Korallenriffe leiden unter der Hitze, was langfristig die Artenvielfalt bedroht.
Prognose für die kommenden Wochen
Die Aussichten für die nächsten Wochen bleiben vorerst ähnlich. Die Wetterdienste erwarten weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen in Südeuropa. Brandt prognostiziert: „Solange die Hochdrucklage anhält, werden die Wassertemperaturen weiter steigen oder zumindest auf hohem Niveau bleiben. Erst bei einem Wetterumschwung mit kühleren Nächten und mehr Wind wäre eine Abkühlung möglich.“ Urlauber sollten sich also auf ungewöhnlich warmes Badewasser einstellen und die lokalen Warnungen zu Algen und Quallen beachten.



