Proteste gegen Bill Gates' Luxushotel-Projekt in Apulien wachsen
Proteste gegen Gates' Hotelprojekt in Apulien

Der Widerstand gegen ein geplantes Luxushotel an der apulischen Küste, an dem Microsoft-Gründer Bill Gates beteiligt ist, nimmt zu. Die Region Apulien und Umweltschützer ziehen vor Gericht, um die Baugenehmigung anzufechten. Sie argumentieren, dass die Genehmigung unrechtmäßig über das italienische Sonderwirtschaftszonen-Programm (ZES) erteilt wurde. Das Projekt des Unternehmens Four Seasons, an dem Gates mit 70 Prozent beteiligt ist, sieht einen 100-Millionen-Euro-Komplex mit 150 Zimmern, Restaurants, Spas und einem Beachclub auf neun Hektar unberührter Küstenlandschaft bei Ostuni vor.

Streit um Sonderwirtschaftszone

Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nutzt die Zona Economica Speciale (ZES), um Investitionen in strukturschwache Regionen zu fördern. Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, damit Umweltschutzvorschriften zu umgehen. Angelo Bonelli, Vorsitzender der grünen Partei Europa Verde, sagte der „Times“: „Es ist inakzeptabel, dass ein multinationales Unternehmen in dieses Land kommen und tun kann, was es will, um unsere Natur zu zerstören. Italien kann nicht an multinationale Unternehmen oder irgendjemanden sonst verschachert werden, und wir werden hart dagegen kämpfen.“

Bereits 2021 lehnte die nationale Behörde für Kulturerbe und Landschaft die Pläne ab, da sie eine „irreversible Veränderung“ der Landschaft verursachen würden. Dennoch genehmigte die zuständige, Rom unterstehende Behörde das Projekt im Oktober 2023 im Rahmen der ZES. Der für den Süden zuständige Staatssekretär Luigi Sbarra erklärte jedoch, das Verfahren sei „in Erwartung der Umweltverträglichkeitsprüfung, die in die Zuständigkeit der Region fällt“, ausgesetzt.

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Proteste vor Ort und juristische Schritte

Anwohner und Aktivisten organisieren seit Juni Protestmärsche und Mahnwachen. Concetta Iaia, Mitglied einer Bürgerinitiative, betonte: „Das Gebiet ist sowohl archäologisch als auch ökologisch äußerst sensibel.“ Bei einer Demonstration entrollten Teilnehmer ein Banner mit der Aufschrift „Hände weg von Ostuni“. Ein Netzwerk lokaler Gruppen klagt gegen die Einstufung des Projekts als ZES. Sie argumentieren, dass das Programm produktive Investitionen fördern solle, nicht Immobilienspekulationen zugunsten einer Elite von Superreichen.

Vergleich mit Albanien

Die Proteste in Italien erinnern an die wochenlangen Demonstrationen in Albanien gegen ein Tourismusprojekt in einem Naturschutzgebiet, das mit Ivanka Trump und Jared Kushner in Verbindung steht. Bonelli warnte, die Proteste in Ostuni würden wachsen, auch wenn sie noch relativ klein seien. „Meloni wird diese Schande im Parlament erklären müssen“, sagte er. Nun müssen das Verwaltungsgericht Tar und die Region Apulien über die Umweltverträglichkeitsprüfung entscheiden.

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