Für seinen mutigen Einsatz bei der Amokfahrt von Mannheim am 3. März 2025 hat Taxifahrer Muhammad Afzal die Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten. Innenminister Manuel Hagel (CDU) überreichte die Auszeichnung am Freitag in Mannheim. „Auch wenn Sie kein Held sein wollen, so sind Sie doch einer geworden“, sagte Hagel bei der Zeremonie. „Das ist der Geist, den wir in diesem Land so dringend brauchen.“
Beherztes Eingreifen: Taxifahrer blockierte Fluchtweg
Der 48-jährige Afzal hatte den damals 40-jährigen Täter gestoppt, indem er mit seinem Taxi die Ausfahrt aus einer Sackgasse blockierte, in die der Amokfahrer geraten war. Der Täter schoss mit einer Schreckschusswaffe gegen die zerstörte Windschutzscheibe, um Afzal einzuschüchtern, und flüchtete zu Fuß. Kurz darauf konnte die Polizei den Mann festnehmen.
„Ihr Handeln war nicht nur mutig, es war von unschätzbarem Wert und hat ganz konkret Menschenleben gerettet“, betonte Hagel. Afzal habe sich dem Täter in den Weg gestellt, obwohl er wusste, dass er sich dabei in größte Lebensgefahr begab. Der Taxifahrer selbst zeigte sich bei der Verleihung bescheiden, dankte der Stadt Mannheim und dem Land Baden-Württemberg. „Diese Bescheidenheit, diese Bodenständigkeit ist genau das, was unseren Preisträger auszeichnet“, so Hagel weiter.
Hintergrund der Amokfahrt: Zwei Tote, 14 Verletzte
Bei der Amokfahrt am 3. März 2025 waren zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt worden. Der Täter, ein Deutscher aus Rheinland-Pfalz, war in der Mannheimer Fußgängerzone gezielt in eine Menschenmenge gefahren. Das Landgericht Mannheim verurteilte ihn wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Verbindung zu anderen Anschlägen
Oberbürgermeister Christian Specht und Innenminister Hagel thematisierten auch den Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin wenige Tage zuvor. Hagel sagte: „Ich wünsche mir, auch an einem Tag wie heute, dass wir wieder mehr nach dem Suchen, was uns verbindet, als nach dem, was uns trennt.“ Die Rettungsmedaille wird nach Angaben des Innenministeriums an Menschen verliehen, die unter besonders schwierigen, lebensgefährlichen Umständen andere gerettet haben – etwa fünfmal pro Jahr.



