Die Salzburger Festspiele haben die Uraufführung von Peter Handkes neuem Drama erlebt. Der Nobelpreisträger hat ein Stück geschrieben, das vor allem ein kauziges Selbstgespräch ist – doch die Inszenierung macht daraus federleichtes Theater. Das berichtet der SPIEGEL-Kritiker Wolfgang Höbel in seiner Besprechung der Premiere.
Ein Spaziergang durchs Gehirn
Handkes Drama führt zwei Clowns durch das Innere seines eigenen Kopfes. Die Figuren, gespielt von den Schauspielern Galic und Harzer, wandeln durch Gedankengänge und Assoziationen des Autors. Das Stück sei, so Höbel, „ein kauziges Selbstgespräch“, das aber durch die Inszenierung eine überraschende Leichtigkeit gewinne.
Das Bühnenduo
Die beiden Darsteller werden als „halb Beckett-Clowns, halb Tollpatsche wie in der Commedia dell’Arte“ beschrieben. Ihr Zusammenspiel verleiht dem abstrakten Text eine konkrete, komische Präsenz. Mit slapstickartigen Einlagen und poetischen Momenten balancieren sie zwischen Tiefsinn und Albernheit.
Leichtigkeit trotz Tiefgang
Obwohl Handkes Stück thematisch dicht und autobiografisch aufgeladen ist, gelingt es der Regie, eine federleichte Atmosphäre zu schaffen. Die Musik, das Bühnenbild und das Spiel der beiden Akteure fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk, das das Publikum in seinen Bann zieht. Die Salzburger Festspiele beweisen damit einmal mehr ihr Gespür für innovative Theaterkunst.
Die Premiere fand am 28. Juli 2026 statt und stieß auf positive Resonanz. Die Inszenierung wird noch während der gesamten Festspielsaison zu sehen sein.



