Netanjahu wirbt bei Trump um weitere US-Beteiligung im Iran-Krieg
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versucht nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump, die USA von einem Verbleib im Krieg gegen den Iran zu überzeugen. Trump sagte dem Sender Fox News, Netanjahu wolle, dass er „weiterhin involviert bleibe“. Hintergrund sind Berichte, wonach Netanjahu bei seinem Treffen Geheimdienstinformationen über mutmaßliche iranische Nuklearaktivitäten am Standort „Pickaxe Mountain“ vorlegen wolle. Trump erklärte: „Ich brauche Bibi nicht, um mir das zu sagen.“ Die Aussagen verdeutlichen die Risse im einst guten Verhältnis: Während Israel den Krieg fortsetzen will, setzt Trump zuletzt auf eine diplomatische Lösung.
Trump droht mit Zerstörung von „Pickaxe Mountain“
Trump berichtete von guten Gesprächen mit dem Iran, drohte der Führung in Teheran aber zugleich mit weiteren Angriffen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Er wolle Attacken auf Brücken und Kraftwerke nach Möglichkeit vermeiden. „Wenn es jedoch kein Abkommen gibt, werde ich diese Ziele sowie das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang – im Englischen Pickaxe Mountain genannt – zerstören“, sagte Trump. Die tief unter der Erde gelegene Anlage gilt als gut gesichert und könnte ein wichtiger Bestandteil des iranischen Nuklearprogramms sein.
Iran schlägt Übergangslösung für Straße von Hormus vor
Der Iran hat dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgeschlagen. Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi sagte im staatlichen Fernsehen, die Route solle in eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen. Einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung lehne Teheran ab, da er Sicherheitsbedenken nicht ausräume. Sollte Maskat den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen. Die strategisch wichtige Passage verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist einer der Hauptstreitpunkte im Krieg. Der Iran hatte die Straße zuletzt de facto geschlossen; die USA verhängten daraufhin eine Blockade iranischer Häfen.
Ukraine ruft Iran an – Kreml wirft Ukraine „terroristische Angriffe“ vor
Nach dem tödlichen Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer hat der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha seinen Teheraner Kollegen Abbas Araghtschi angerufen. Es sei das Ziel Kiews, eine unnötige Eskalation zu vermeiden. Sybiha räumte ein, dass die Ukraine ein ziviles Schiff angegriffen und einen iranischen Staatsangehörigen getötet habe. Er forderte Araghtschi auf, auf eskalierende Schritte zu verzichten und jede Unterstützung für den russischen Angriffskrieg einzustellen. Der Kreml machte die Ukraine für den Angriff verantwortlich und erklärte, dies müsse als Angriff auf den Iran selbst gewertet werden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Ukraine weite den geografischen Radius ihrer „terroristischen Angriffe“ aus.
Jordanien und Israel fangen Drohnen ab
Die jordanische Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Drohne über der Wüste im Osten des Landes abgefangen. Die Herkunft des Fluggeräts blieb unklar. Die israelische Armee teilte mit, sie habe nahe der Grenze zu Jordanien eine Drohne abgefangen, bevor diese in den israelischen Luftraum eindringen konnte. Bereits am Montag hatte Israel zwei ähnliche Vorfälle gemeldet.
USA kündigen weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon an
Vertreter Israels und des Libanon wollen sich kommende Woche erneut in Rom treffen, um über die Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens zu sprechen. Die Gespräche sind zwischen dem 4. und 6. August angesetzt. Ein Beamter des US-Außenministeriums sagte, man gehe „mit großem Optimismus“ in die Gespräche. In Pilotzonen im Südlibanon sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee schrittweise zurückzieht.
Zwei Männer im Iran hingerichtet
Im Iran sind zwei Männer hingerichtet worden, die wegen ihrer Beteiligung an den regierungskritischen Protesten im Januar verurteilt worden waren. Die Justiz warf ihnen unter anderem „Korruption auf Erden“ und „Krieg gegen Gott“ vor. Die Hinrichtungen erfolgten öffentlich in der Stadt Malekschahr. Teheran räumte nach den Protesten mehr als 3000 Tote ein, führte die Gewalt aber auf von den USA und Israel gesteuerte „Terrorakte“ zurück. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die zunehmende Zahl von Hinrichtungen im Iran, insbesondere nach Beginn der US-israelischen Angriffe.



