Prognoseanhebung dank starkem Kerngeschäft
Der US-Autobauer Ford hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose für 2026 angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen Gewinn (Ebit) von zehn bis elf Milliarden Dollar, wie Ford am Dienstag mitteilte. Zuvor lag das Ziel bei 8,5 bis 10,5 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund sieben Prozent.
Grund für die optimistischere Prognose ist eine robuste Nachfrage in den USA sowie Verbesserungen im Kerngeschäft. Finanzchefin Sherry House erklärte: „Die Fertigung des Unternehmens wird leistungsfähiger. Zudem wird das Quartalsergebnis von einer robusten Kauflaune der Kunden gestützt.“ Die starke Nachfrage half, die Kosten für Zölle auszugleichen.
Quartalsergebnis übertrifft Erwartungen
Im zweiten Quartal erzielte Ford einen bereinigten Gewinn von 42 Cent pro Aktie und übertraf damit die Analystenerwartungen von 35 Cent, wie LSEG-Daten zeigen. Der Umsatz betrug 48,3 Milliarden Dollar. Der operative Kerngewinn stieg um knapp 20 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
Unter dem Strich verbuchte Ford jedoch einen Nettoverlust von 1,3 Milliarden Dollar. Dieser resultierte aus der Auflösung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Batteriehersteller SK On. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Unternehmen einen Gewinn ausgewiesen.
E-Auto-Sparte bleibt Sorgenkind
Während das Kerngeschäft mit Verbrennern und Nutzfahrzeugen brummt, bereitet die Elektroauto-Sparte weiterhin Sorgen. Im zweiten Quartal verzeichnete die Sparte einen Verlust von 919 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet Ford ein Minus von rund vier Milliarden Dollar.
Der Absatz von Elektrofahrzeugen in den USA brach im ersten Halbjahr um mehr als 57 Prozent ein. Ford kämpft mit hohen Kosten und einer schwächelnden Nachfrage in diesem Segment. Analysten erwarten, dass die Verluste noch einige Zeit anhalten könnten.
Ford setzt dennoch auf Elektromobilität, plant jedoch eine flexible Produktion, um auf die Marktentwicklung reagieren zu können. Die nun angehobene Prognose für das Gesamtjahr zeigt, dass der Konzern von den Stärken im traditionellen Geschäft profitiert.



