Geschäftszahlen-Newsblog: Visa, NXP, Ford und viele mehr übertreffen Erwartungen
Geschäftszahlen: Visa, NXP, Ford übertreffen Erwartungen

Visa hat im dritten Quartal die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen, aber gleichzeitig einen Stellenabbau angekündigt. Der weltgrößte Zahlungsabwickler steigerte den Nettoumsatz um 14 Prozent auf 11,63 Milliarden Dollar. Der bereinigte Nettogewinn kletterte auf 6,3 Milliarden Dollar oder 3,32 Dollar je Aktie und lag damit ebenfalls über den Prognosen. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 11,39 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Trotz der starken Zahlen gab die Aktie im nachbörslichen Handel um rund ein Prozent nach. Das Unternehmen bestätigte einen Medienbericht, wonach es zur Effizienzsteigerung rund sieben Prozent seiner Stellen streichen wird. Der Abbau betreffe vor allem die Technologie- und Produktabteilungen. Das Zahlungsvolumen über das Visa-Netzwerk stieg im Quartal um zehn Prozent, besonders das grenzüberschreitende Geschäft legte währungsbereinigt um 13 Prozent zu, beflügelt unter anderem durch Ausgaben der Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft.

NXP Semiconductors und Ford mit starken Prognosen

Auch der Chipentwickler NXP Semiconductors hat mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen übertroffen. Grund dafür sei eine robuste Nachfrage nach Halbleitern für die Autoindustrie, den Industriesektor und Rechenzentren. Für das dritte Quartal rechnet NXP mit einem Umsatz zwischen 3,65 und 3,85 Milliarden Dollar. Der Mittelwert liegt über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von 3,69 Milliarden Dollar, wie aus Daten der LSEG hervorgeht. Im abgelaufenen zweiten Quartal stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 3,50 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Prognosen. Der US-Autobauer Ford hat dank robuster Preisgestaltung und Verbesserungen im Kerngeschäft zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose angehoben. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem operativen Gewinn (Ebit) von zehn bis elf Milliarden Dollar, nach zuvor 8,5 bis 10,5 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal übertraf der bereinigte Gewinn mit 42 Cent pro Aktie die Erwartungen (35 Cent). Der Umsatz betrug 48,3 Milliarden Dollar. Eine starke Nachfrage in den USA half dabei, Kosten für Zölle auszugleichen.

UPS und Coca-Cola profitieren von Sondereffekten

Der US-Paketdienst UPS hat nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognosen angehoben. Der Konzern profitierte von einer robusten Inlandsnachfrage, starken Zuwächsen bei internationalen Sendungen sowie Fortschritten beim Rückzug aus dem Geschäft mit Amazon. Der Quartalsumsatz stieg auf 22,83 Milliarden Dollar (erwartet: 21,81 Milliarden Dollar). Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,76 Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet UPS nun einen bereinigten Gewinn von 7,22 Dollar je Aktie und einen Umsatz von 91,2 Milliarden Dollar. Coca-Cola hob seine Jahresprognose für Umsatz und Gewinn an, angetrieben von der Fußball-WM und starker Nachfrage nach zuckerfreien Getränken. Der Getränkekonzern rechnet nun für 2026 mit einem organischen Umsatzwachstum von rund fünf Prozent. Im zweiten Quartal übertraf er mit einem Umsatzplus von rund sechs Prozent auf 13,37 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen.

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Philips und Logitech profitieren von Zollerstattungen

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips hat im zweiten Quartal dank der Rückerstattung von US-Zöllen die Markterwartungen übertroffen und seine Jahresprognose angehoben. Die bereinigte Ebita-Marge kletterte auf 16,4 Prozent, während Analysten im Schnitt mit 12,1 Prozent gerechnet hatten. Philips zufolge ist darin ein positiver Effekt aus den US-Zollerstattungen von 4,2 Prozent enthalten. „Wir haben den Prozess der Zollerstattungen in den USA im Quartal weitgehend abgeschlossen“, erklärte Konzernchef Roy Jakobs. Auch Logitech profitierte von US-Zollerstattungen in Höhe von 61 Millionen Dollar und übertraf mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 44 Prozent auf 290 Millionen Dollar. Allerdings wird das Geschäft durch die vorübergehende Schließung einer Fabrik eines Halbleiterzulieferers beeinträchtigt.

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Weitere Gewinner und Verlierer

Der britische Konsumgüterkonzern Unilever übertraf im zweiten Quartal die Umsatzerwartungen dank höherer Preise und Absatzmengen. Das bereinigte Umsatzwachstum lag bei 5,8 Prozent (erwartet: 4,3 Prozent). Die britische Großbank Barclays erwartet nach einem Gewinnplus im ersten Halbjahr nun noch höhere Erträge von 31,5 Milliarden Pfund. Der IT-Dienstleister Bechtle schraubte seine Prognosen nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal nach oben. Der Dax-Konzern Mercedes-Benz verbesserte das operative Ergebnis um 21,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, senkte aber die Absatzprognose für Pkw aufgrund des schwierigen Marktumfelds in China. TeamViewer verzeichnete hingegen einen Umsatz- und Gewinnrückgang im zweiten Quartal, der auf Kundenabwanderung und negative Wechselkurseffekte zurückzuführen ist. Der österreichische Kranhersteller Palfinger erlitt einen Gewinnrückgang wegen geopolitischer Konflikte und US-Zölle und legte ein Sparprogramm auf.

Ausblick: Gemischte Signale aus der Industrie

Insgesamt zeigen die aktuellen Geschäftszahlen ein gemischtes Bild: Während viele Unternehmen von Sondereffekten wie Zollerstattungen, der Fußball-WM oder einer robusten Nachfrage in den USA profitieren, leiden andere unter geopolitischen Unsicherheiten und dem starken Wettbewerb. Der Baukonzern Hochtief erhöhte seine Gewinnprognose aufgrund der florierenden Nachfrage nach Rechenzentren. Der Pharmakonzern AstraZeneca übertraf mit einem überraschend hohen Gewinn die Erwartungen und trat Sorgen über seine Wachstumsaussichten entgegen. Vodafone verzeichnete wieder Wachstum im wichtigen Deutschland-Geschäft und hob die Prognose an. Die Münchener Rück verdiente mehr als erwartet, und der Sportwagenbauer Porsche AG steigerte sein Ergebnis trotz Absatzrückgangs. Der Volkswagen-Konzern hingegen verzeichnete einen erneuten Gewinneinbruch im zweiten Quartal. SAP senkte seinen Ausblick für das operative Ergebnis 2026 aufgrund von Zukäufen, verzeichnete aber ein starkes Cloud-Wachstum.