Die US-Regierung hat mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von mobilen Robotern aus dem Ausland untersagt. Die Maßnahme zielt vor allem auf chinesische Hersteller ab und soll amerikanische Entwickler vor internationaler Konkurrenz schützen. Die Federal Communications Commission (FCC) begründet den Schritt mit Sicherheitsbedenken: Die Netzwerkfähigkeiten der Roboter könnten für Spionage oder Überwachung von US-Bürgern missbraucht werden.
Definition und Genehmigungspflicht
Laut FCC gelten als mobile Roboter technische Geräte mit einem Gewicht über zwei Kilogramm, die sich selbstständig fortbewegen und Hindernissen ausweichen können. Sie müssen über Sensoren, eine Netzwerkanbindung und Software zum autonomen Navigieren verfügen. Künftige Modelle – darunter zweibeinige humanoide Roboter und vierbeinige, an große Hunde erinnernde Konstruktionen – benötigen eine spezielle Genehmigung, etwa vom Verteidigungsministerium. Bereits zugelassene Geräte dürfen weiterhin importiert und genutzt werden.
Die Definition ist weit gefasst. Sie könnte auch auf moderne Saugroboter zutreffen – ein Markt, in dem chinesische Anbieter den US-Vorreiter iRobot bereits überholt haben. Stationäre Roboter für die Industrie sind vom Verbot ausdrücklich ausgenommen.
Wettlauf um das Zukunftsgeschäft
Humanoide und vierbeinige Roboter gelten als Milliardengeschäft. In den USA und China arbeiten zahlreiche Unternehmen an der Entwicklung. Die kalifornische Firma Figure AI setzt ihre Roboter bereits auf Produktionslinien ein. Tesla-Chef Elon Musk plant für dieses Jahr den Produktionsstart des Roboters Optimus, den er als „bei Weitem das größte Produkt aller Zeiten“ bezeichnet. Das Verbot verschafft US-Herstellern einen deutlichen Vorsprung.
„Die Maßnahme schirmt den amerikanischen Markt vor ausländischer Konkurrenz ab, insbesondere aus China“, erklärte ein FCC-Sprecher. Die Behörde betont, dass die Netzwerkverbindungen der Roboter eine Gefahr darstellten: „Sie könnten zur Fernsteuerung oder Datensammlung missbraucht werden.“
Zusätzliche Einschränkungen für Solarwechselrichter
Parallel zu den Robotern hat die FCC auch die Einfuhr von Wechselrichtern verboten. Diese wandeln den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um und sind zentral für Solaranlagen. Auch hier dominieren chinesische Anbieter den Weltmarkt. Die FCC sieht ähnliche Risiken: Die Netzwerkanbindung ermögliche eine Abschaltung oder den Missbrauch zur Datensammlung.
Das Verbot hat weitreichende Folgen für die Solarenergiebranche. US-Unternehmen müssen nun auf heimische Produktion oder zugelassene Alternativen zurückgreifen. Betroffen sind nicht nur neue Anlagen, sondern auch Ersatzteile für bestehende Systeme.
Reaktionen und Ausblick
Wirtschaftsverbände kritisieren die Maßnahme als protektionistisch. Sie befürchten Lieferengpässe und steigende Preise. Die FCC verteidigt die Regelung mit nationalen Sicherheitsinteressen. „Wir müssen kritische Infrastruktur vor ausländischer Beeinflussung schützen“, so ein Behördensprecher. In den kommenden Monaten werden weitere Einschränkungen für vernetzte Technologien erwartet.



