Kommentar: Infantino stoppen oder Austritt aus der Fifa
Infantino stoppen oder raus aus der Fifa

Die Fifa erzielte mit der Weltmeisterschaft 2026 einen Rekord-Erlös, und am Ende waren auch die meisten Fans mit der umstrittenen Erweiterung auf 48 Teams zufrieden. Nicht alles, was Gianni Infantino (56) tut, ist schlecht. Doch jetzt geht der Fifa-Präsident zu weit. Viel zu weit!

Infantinos Plan: Die WM wird zur Milliarden-Maschine

Sein Plan, die WM über eine Firma stückchenweise zu verhökern, kann der Anfang vom Ende sein. Das größte Fußballfest der Welt zu einer reinen Milliarden-Maschine zu pervertieren, überschreitet jedes Maß. Laut der britischen „Times“ soll zudem Infantinos Kumpel Donald Trump seine Finger im gierigen Spiel haben – eine Enthüllung, die kaum noch überrascht.

Die Fifa hat bereits angekündigt, die Rechte an der WM künftig nicht mehr als Paket, sondern einzeln zu verkaufen: an Sponsoren, Medien und sogar an einzelne Spiele. Experten befürchten, dass dadurch die Tradition des Turniers ausgehöhlt wird und nur noch finanzstarke Konzerne Zugang zu den wichtigsten Spielen haben.

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Europa muss reagieren – notfalls mit Austritt

Nur Europa kann die Verscherbelung der WM verhindern und Infantino stoppen. Die Uefa muss nun mehr bieten als eine böse Presseerklärung. Das heißt: notfalls aus der Fifa austreten!

Europa stellt zwar „nur“ 55 der 211 Fifa-Mitgliedsländer. Aber hier schlägt – neben Südamerika – das Herz des Weltfußballs. Drei der vier Halbfinalisten 2026 waren Uefa-Teams: Spanien, Frankreich und Portugal. Ohne diese Nationen, aber auch ohne England, Holland und Deutschland wäre die WM nicht mehr halb so viele Milliarden wert. Die europäischen Ligen generieren den Großteil der weltweiten Fußballerlöse, und die Stars kommen überwiegend aus Europa.

Ein Schritt zurück in die Zukunft?

Ein Austritt Europas aus der Fifa wäre zwar sehr traurig, aber dann spielen wir eben alle zwei Jahre Europameisterschaft – oder sogar eine noch größere Europa-Liga. Die Geschichte zeigt, dass die Fifa ohne Europa nicht überlebensfähig ist: Bereits 1921 führte ein Streit mit den Britischen Inseln zu einem zeitweiligen Austritt, der die Fifa fast bankrott gehen ließ.

Die Uefa hat bereits angedeutet, dass sie eine solche Eskalation nicht ausschließt. „Wir werden nicht zulassen, dass die WM zu einer reinen Geldmaschine verkommt“, zitierte die „Sport Bild“ einen hohen Uefa-Vertreter. „Wenn Infantino nicht einlenkt, müssen wir Konsequenzen ziehen.“

Infantinos Bilanz: Gemischt

Seit Infantino 2016 die Fifa übernahm, hat er die WM auf 48 Teams erweitert, die Klub-WM reformiert und die Einnahmen massiv gesteigert. Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bescherte der Fifa einen Rekordgewinn von knapp 11 Milliarden US-Dollar. Doch Kritiker werfen ihm vor, den Fußball zu kommerzialisieren und die Tradition zu opfern.

Die Idee, die WM über eine Firma zu vermarkten, ist offenbar Teil einer Strategie, um langfristige Verträge mit Investoren wie der Investmentfirma „Centricus“ zu schließen. Laut „Times“ soll sogar Donald Trump als Vermittler aufgetreten sein – was die Debatte weiter anheizt.

Falls keiner Infantino stoppen kann, steht der Weltfußball vor einer Zeitenwende. Die Frage ist: Wollen wir eine WM, die nur noch aus Werbeblöcken und exklusiven Pay-per-View-Angeboten besteht? Europa hat die Macht, diese Entwicklung zu verhindern – es muss sie nur nutzen.

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