US-Militär wehrt iranischen Überraschungsangriff im Nahen Osten ab
Iranischer Überraschungsangriff abgewehrt

Das US-Regionalkommando Centcom hat am Dienstagabend (Ortszeit) einen iranischen Raketenangriff auf US-Streitkräfte im Nahen Osten gemeldet. Nach Angaben des Kommandos wurden alle abgefeuerten Raketen erfolgreich abgefangen. Der Angriff sei ein „Überraschungsangriff“ gewesen, so Centcom. Den Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios“ zufolge zielten die Raketen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien.

Hintergrund des Angriffs

Laut Centcom feuerten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) die Raketen am Dienstagnachmittag um 17:45 Uhr ET ab. Dies geschah trotz einer vorübergehenden Einstellung der US-Angriffe auf Iran. US-Präsident Donald Trump hatte die Angriffe stoppen lassen, um laufenden Verhandlungen mit Teheran eine Chance zu geben. In einem Interview mit „Axios“ sagte Trump: „Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit Iran.“ Zuvor hatte das US-Militär fast zwei Wochen lang jede Nacht Ziele in Iran angegriffen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen.

Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei widersprach Trumps Darstellung jedoch deutlich. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte er. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“ Dies unterstreicht die weiterhin angespannte Situation zwischen den beiden Ländern.

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Treffen zwischen Netanyahu und Trump

Erstmals seit Beginn des Irankriegs im Februar empfing Trump am Dienstag den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weißen Haus. Das Treffen wurde mit Spannung erwartet, da unterschiedliche Interessen in dem Konflikt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten: Israel will den Krieg Medienberichten zufolge fortsetzen, während Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung lag.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete das Treffen im Anschluss als „positiv und produktiv“. Netanyahu sagte in einer Videobotschaft: „Es war eines der besten Gespräche, die ich je mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, unserem Freund Donald Trump, geführt habe.“ Beide hätten das gemeinsame Ziel, sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffen baue. Teheran bestreitet entsprechende Pläne.

Politische Implikationen

Das Treffen erfolgte wenige Monate vor wichtigen Wahlen in beiden Ländern: In Israel wählen die Bürger am 27. Oktober ein neues Parlament. In den USA finden am 3. November die Kongresszwischenwahlen statt. Diese Termine könnten die weitere Strategie der beiden Regierungen beeinflussen.

Unterdessen gibt es auch Auswirkungen auf die Region: In der Straße von Hormus treffen Geschosse immer wieder Öltanker. Offizielle Stellen haben bislang angeblich keine ökologischen Folgen festgestellt, doch eine SPIEGEL-Auswertung von Satellitenfotos legt das Gegenteil nahe. Die Umweltbelastung durch auslaufendes Öl könnte langfristige Schäden verursachen.

Reaktionen und Ausblick

Centcom betonte, die US-Streitkräfte blieben wachsam und in hoher Bereitschaft. Der Angriff zeige, dass Iran trotz diplomatischer Bemühungen weiterhin zu militärischen Aktionen bereit sei. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Eine Eskalation des Konflikts könnte nicht nur die Region, sondern auch die globalen Ölmärkte destabilisieren.

Wie es weitergeht, hängt maßgeblich von den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ab. Bislang gibt es keine Anzeichen für eine Einigung. Sollte Iran weiterhin Angriffe durchführen, könnte die US-Regierung gezwungen sein, ihre militärische Antwort zu verschärfen.

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