Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, bleibt nach Angaben des US-Militärs offen. Das US-Regionalkommando Centcom reagierte damit auf die Ankündigung Irans, die Meerenge erneut zu schließen. „Iran kontrolliert die Straße von Hormus nicht“, erklärte Tim Hawkins, Sprecher des Centcom, am Samstag.
Schiffsverkehr nimmt zu
Laut Centcom passierten am Samstag 55 Schiffe die Meerenge, darunter solche mit 17 Millionen Barrel Öl an Bord. Der Verkehr habe damit zugenommen. „Die US-Streitkräfte in diesem Gebiet sind weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz“, teilte das Kommando auf X mit. Bereits am Donnerstag und Freitag hätten Schiffsverfolgungsdiensten zufolge mehrere Frachtschiffe die Straße von Hormus passiert, nachdem das Rahmenabkommen für ein Ende des Irankriegs unterzeichnet worden war.
Iran begründet Schließungsandrohung
Irans zentrales Militärkommando begründete die erneute Sperrung der Straße von Hormus mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon. Diese war im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden. Das Kommando drohte mit weiteren Maßnahmen, falls die israelische Armee die Kämpfe im Libanon fortsetze. Centcom betonte, das Militär sei weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass sämtliche Abmachungen des Rahmenabkommens „eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden“.
Gespräche zwischen Iran und USA
Nach Angaben des Vermittlerstaats Pakistan sollen am Sonntag in der Schweiz Gespräche zwischen dem Iran und den USA stattfinden. Diese würden auf technischer Ebene auf dem Bürgenstock bei Luzern abgehalten, teilte das pakistanische Außenministerium mit. Vertreter der USA, Irans sowie der Vermittler Pakistan und Katar nähmen teil. Islamabad werde den Prozess als Mediator weiter unterstützen, um die im Rahmenabkommen erzielten Übereinkünfte zu vertiefen.
Auswirkungen auf globale Energiemärkte
Iran hatte die Straße von Hormus nach Kriegsbeginn am 28. Februar weitgehend blockiert. Durch die Meerespassage werden rund 20 Prozent des globalen Energiehandels abgewickelt. Die Schließung zeigte die Verwundbarkeit globaler Lieferketten und hatte massive Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte.



