In mehreren Ländern Südeuropas wüten derzeit verheerende Waldbrände. Ein gefährlicher Mix aus anhaltender Trockenheit und extremen Temperaturen hat die Natur in Flammen aufgehen lassen. Besonders stark betroffen ist Frankreich, wo Tausende Menschen ihre Häuser verlassen mussten und die Strecke der Tour de France angepasst werden musste.
Frankreich im Ausnahmezustand
Im Süden Frankreichs begann eine neue Hitzewelle, die die ohnehin kritische Lage weiter verschärft. Temperaturen von teils über 40 Grad Celsius haben Wälder und Felder ausgetrocknet. Oft genügt ein kleiner Funke, um ein Feuer zu entfachen. Mehrere Menschen wurden bei den Bränden verletzt. Die Behörden evakuierten vorsorglich Tausende Anwohner und Touristen.
Europaweit alarmierende Bilanz
Laut einer SPIEGEL-Analyse wurden in Europa in diesem Jahr bereits fast 1.000 Brände registriert – etwa doppelt so viele wie üblich zu diesem Zeitpunkt. Grund dafür ist die fortschreitende Erderwärmung sowie die Kombination aus extremer Hitze und anhaltender Trockenheit. Auch in Deutschland mussten Einsatzkräfte in diesem Jahr bereits mehrfach Waldbrände bekämpfen. Die Waldbrandgefahr soll auch in den kommenden Tagen wieder steigen.
EU mobilisiert größte Einsatzkräfte aller Zeiten
Die Europäische Kommission hat das Problem erkannt und im vergangenen Monat eine neue Strategie zur Bekämpfung von Waldbränden vorgestellt. In einer Mitteilung heißt es, für diesen Sommer würden „die größten Einsatzkräfte aller Zeiten“ mobilisiert. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Bereitstellung zusätzlicher Löschflugzeuge und die verbesserte Koordination zwischen den Mitgliedsstaaten.
Auswirkungen auf Tour de France
Die Waldbrände haben auch direkte Auswirkungen auf den Sport. Die Strecke der Tour de France musste aufgrund der Feuer in Südfrankreich angepasst werden. Die Organisatoren entschieden sich für eine Umleitung, um die Sicherheit der Fahrer und des Publikums zu gewährleisten. Die Etappe wurde verkürzt, und einige Abschnitte ganz gestrichen.
Klimawandel als Brandbeschleuniger
Experten sehen einen klaren Zusammenhang zwischen den zunehmenden Waldbränden und dem Klimawandel. Die steigenden Temperaturen und die langanhaltenden Trockenperioden schaffen ideale Bedingungen für die Entstehung und Ausbreitung von Feuern. Laut Klimaforschern werden solche Extremwetterereignisse in Zukunft häufiger und intensiver auftreten, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht drastisch reduziert wird.
Lage in Griechenland, Spanien und Portugal
Auch in Griechenland, Spanien und Portugal wüten verheerende Waldbrände. In Griechenland kämpfen Einsatzkräfte an mehreren Fronten gegen die Flammen, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern. In Spanien und Portugal sind ebenfalls zahlreiche Brände ausgebrochen, die Tausende Hektar Land zerstört haben. Die Behörden rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf und warnen vor neu aufflammenden Feuern.



