Selenskyj fordert Abzug russischer Militärtechnik aus Belarus binnen Woche
Selenskyj fordert Abzug russischer Technik aus Belarus

Selenskyj fordert Abzug russischer Militärtechnik aus Belarus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko aufgefordert, russische Militärtechnik innerhalb einer Woche aus dem Land zu entfernen. Andernfalls droht Selenskyj mit militärischen Schritten der Ukraine. Es gehe um Signalrelaisstationen in zwei belarussischen Grenzregionen zur Ukraine, die russische Truppen zur Steuerung von Angriffen auf ukrainische Zivilisten nutzen, sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew. (Reuters)

„Als der groß angelegte Krieg begann, wurden wir von Raketen getroffen, die Kinder und Erwachsene töteten. Und Alexander Lukaschenko weiß das. Eine große Anzahl von Raketen wurde von Belarus aus abgefeuert. Damals rief er an, entschuldigte sich und sagte, es sei außerhalb seiner Kontrolle. Ich glaube nicht …“, so Selenskyj auf X.

Polens Präsident entzieht Selenskyj höchste Auszeichnung

Nach einem Streit um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj die höchste Ehrung des Landes entzogen. Nawrocki verkündete die Aberkennung des Weißer-Adler-Ordens am Freitagabend in einer Videobotschaft. Grund ist die Umbenennung einer ukrainischen Armee-Einheit nach Nationalisten, die im Zweiten Weltkrieg Polen massakriert haben. Die ukrainische Regierung verurteilte den Schritt umgehend als „strategischen Fehler“ und „respektlos“. (AFP, Reuters)

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ISW-Analyse sieht wachsende Kritik in Russland an Militär und Kreml

Nach dem großangelegten Drohnenangriff auf Moskau in der Nacht zum 18. Juni wächst in Russland die Kritik an der Leistungsfähigkeit der Luftverteidigung sowie an der offiziellen Berichterstattung des Kremls. Darauf weist das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht hin. Den Analysten zufolge räumten mehrere russische Militärblogger ein, dass ukrainische Drohnen trotz der dichten Luftverteidigung rund um die Hauptstadt strategisch wichtige Ziele erreichen konnten. Zugleich warnten sie davor, dass sich der Krieg zunehmend von den Grenzregionen auf das russische Kernland ausweite und kritische Infrastruktur im ganzen Land gefährde.

Besonders scharf fiel die Kritik an den staatlichen Medien aus. Nach Angaben des ISW berichteten die großen Fernsehsender nur eingeschränkt über die Angriffe oder beschränkten sich auf offizielle Verlautbarungen. Russische Kriegsblogger werfen den Staatsmedien vor, ein verzerrtes Bild der Lage zu zeichnen und die Folgen der Angriffe herunterzuspielen. Das ISW wertet dies als Versuch des Kremls, die Kontrolle über das öffentliche Narrativ zu bewahren und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Angriffen auf russischem Territorium zu begrenzen. Nach Angaben russischer Behörden wurden während der Attacke rund 194 Drohnen abgefangen. Der ukrainische Generalstab meldete hingegen einen erneuten Treffer auf die Moskauer Raffinerie. (Yulia Valova)

Kiews Truppen verstärken offenbar Angriffe auf Hafen in Mariupol

Das ukrainische Erste Asow-Korps weitet seine Angriffe auf russische Logistik- und Versorgungsstrukturen im besetzten Mariupol aus. Wie Reuters berichtet, richteten sich die jüngsten Angriffe gegen die Infrastruktur des Seehafens, den Russland als einen der wichtigsten Nachschubknotenpunkte im Süden der Ukraine nutzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur griffen ukrainische Drohnen Umspannwerke, Reparaturanlagen sowie ein unter internationalen Sanktionen stehendes Schiff an. Teile der Hafeninfrastruktur fielen dadurch vorübergehend aus. Nach Angaben ukrainischer Militärs besteht das Hauptziel darin, die Versorgung russischer Truppen mit Treibstoff, Munition und militärischer Ausrüstung über Mariupol und Donezk zu stören.

Der Chef des Stabes des Ersten Asow-Korps, Arsen Dmytryk, erklärte gegenüber Reuters, die Ukraine werde sich unabhängig vom benötigten Zeitraum auf die Rückkehr nach Mariupol vorbereiten. „Ich glaube, dass wir Mariupol zurückholen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte er. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass die systematischen Angriffe auf Verkehrswege und Infrastruktur Russland dazu zwingen, längere Nachschubrouten zu nutzen und zusätzliche Ressourcen für den Schutz seiner Logistik aufzuwenden, was die Durchführung offensiver Operationen erschwert. (Yulia Valova)

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Tote nach russischen Angriffen im Kreis Nikopol

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind bei russischen Angriffen mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha mit. Russland attackierte demnach die Stadt Nikopol, mehrere Gemeinden im Kreis Nikopol und eine im Kreis Krywyj Rih. Insgesamt habe Moskaus Militär mehr als 30 Mal mit Drohnen und Artillerie angegriffen. (dpa)

EU-Ratspräsident Costa verteidigt Kontaktaufnahme mit Russland

In der Debatte um Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs hat EU-Ratspräsident António Costa die Aufnahme diplomatischer Kontakte mit Moskau verteidigt. „Wir müssen in der Lage sein, unsere eigenen Botschaften direkt an Russland zu übermitteln“, sagte Costa zum Ende des EU-Gipfels in Brüssel am Freitag. „Wir können uns nicht nur auf andere verlassen, um russische Botschaften zu interpretieren.“ Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das Büro von Costa in den vergangenen Wochen Kontakte zum Kreml aufgenommen hat. Laut einem EU-Beamten ging es zunächst darum, „Kommunikationskanäle zu öffnen“. Inhaltliche Gespräche fanden demnach nicht statt. Auf dem Gipfel löste dies eine Debatte aus. Medienberichten zufolge beschwerten sich insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron über den Vorstoß. Andere Mitgliedstaaten begrüßten die Initiative. (AFP)

Ukraine greift Eisenbahnbrücken auf der Krim an

Das ukrainische Militär hat Angaben des Generalstabs zufolge Eisenbahnbrücken auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Die Brücken in den Gebieten Rosdolne und Wladyslawiwka würden von den russischen Truppen für Militärtransporte und Nachschub genutzt, teilt der Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine verstärkt ihre Angriffe in den russisch besetzten Gebieten im Süden und auf der Krim, um die Logistik Moskaus zu stören. (Reuters)

Tote durch russischen Beschuss in Kramatorsk

In der frontnahen ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Weitere sechs wurden verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die Industriestadt sei dabei mindestens zweimal beschossen worden. (dpa)

Selenskyj: Ukraine hat faktisch „zweitstärkste Armee der Nato“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Streitkräfte faktisch als die heute „zweitstärkste Armee der Nato“ bezeichnet. „Und daher braucht uns die Nato auch de-jure“, sagte er Journalisten, wie das Internetportal „Hromadske“ berichtete. Das sei bereits eine Tatsache, die von allen Staatsführern anerkannt werde. Das ukrainische Militär stehe bei der Verteidigung gegen die von Moskau betriebene Invasion der als zweitstärksten Armee der Welt geltenden russischen in nichts nach, fügte er an. Die Ukraine ist kein Mitglied des westlichen Militärbündnisses, dessen stärkste Armee die der USA ist. Eines der erklärten Kriegsziele von Moskau besteht darin, den in der ukrainischen Verfassung angestrebten Nato-Beitritt Kiews zu verhindern. Seit den Vermittlungsversuchen der USA liegt diese Bestrebung der Ukraine auf Eis. Selenskyj behauptete, der russische Präsident Wladimir Putin werde bis zu seinem Tod im Kreml sitzen mit dem Ziel, die 1991 untergegangene Sowjetunion wiederherzustellen. „Ohne die Ukraine ist das unmöglich und daher ist es für uns so schwer, liebe Ukrainer“, sagte er. (dpa)

Toter nach russischem Drohnenangriff auf zwei Frachter

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben zwei zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Ein Besatzungsmitglied eines Schiffes unter der Flagge Panamas sei dabei getötet worden, teilten Vizeregierungschef Olexij Kuleba und die Seehafenverwaltung bei Telegram mit. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, davon einer schwer. Auf dem zweiten Frachter unter der Flagge von St. Kitts und Nevis sind demnach drei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden. (dpa)

Russland: Achtjährige bei ukrainischem Angriff auf Moskau getötet

Bei dem massiven Drohnenangriff der Ukraine auf die Region Moskau am Donnerstag ist nach russischen Angaben ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Das Kind sei bei einem Brand in der Stadt Schukowski gestorben, der durch den Angriff ausgelöst worden sei, teilt der Gouverneur der Hauptstadt-Region, Andrei Worobjow, mit. Bei dem Angriff wurden dem Gouverneur zufolge zudem mindestens 16 Menschen verletzt. Die Ukraine hatte die russische Hauptstadt und das Umland mit zahlreichen Drohnen attackiert. Der Ukraine zufolge war der Angriff eine Reaktion auf einen russischen Großangriff am Montag, bei dem landesweit zehn Menschen getötet wurden und das weltberühmte Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt wurde. (Reuters)

Russland meldet 14 Einschläge am AKW Saporischschja

Der Fuhrpark des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung Ziel eines schweren Drohnenangriffs geworden. Bei der Attacke am späten Donnerstagabend und in der folgenden Nacht seien mindestens 14 Einschläge registriert worden, teilte die Werkleitung am Freitag mit. In einem Bereich sei ein Feuer ausgebrochen, zudem seien Gebäude beschädigt worden. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Eine vollständige Schadensaufnahme sei wegen der anhaltenden Gefahr weiterer Angriffe zunächst nicht möglich gewesen. Das größte Atomkraftwerk Europas im Osten der Ukraine ist seit den ersten Wochen des russischen Angriffskriegs von russischen Truppen besetzt. Beide Seiten machen sich immer wieder gegenseitig für Angriffe auf das AKW-Gelände verantwortlich. (Reuters)

Putin muss wegen Kriegskosten offenbar deutlich mehr Schulden aufnehmen

Russland ist zunehmend auf die Aufnahme von Inlandsschulden angewiesen, um den Krieg von Machthaber Wladimir Putin gegen die Ukraine zu finanzieren, da internationale Sanktionen den Zugang des Kremls zu ausländischen Finanzierungsquellen weitgehend abgeschnitten haben. Das berichtet Bloomberg. Nach Schätzungen der Nachrichtenagentur könnten die russischen Verteidigungsausgaben im Jahr 2026 die ursprünglichen Haushaltspläne um vier bis fünf Billionen Rubel (44 bis 55 Milliarden Euro) übersteigen. Das wären fast 40 Prozent mehr als ursprünglich vorgesehen. Gleichzeitig erreichte das Haushaltsdefizit in den ersten fünf Monaten des Jahres 6 Billionen Rubel (66 Milliarden Euro) und lag damit rund 60 Prozent über dem für das Gesamtjahr vorgesehenen Zielwert.

Analysten weisen darauf hin, dass die Kosten für den Schuldendienst aufgrund hoher Zinsen und des steigenden Finanzierungsbedarfs für den Krieg stark zunehmen. Im Jahr 2026 plant Moskau, fast vier Billionen Rubel (44 Milliarden Euro) für Zinszahlungen und die Bedienung seiner Staatsschulden auszugeben. Dies entspricht rund neun Prozent des föderalen Haushalts und macht den Schuldendienst zum fünftgrößten Ausgabenposten des russischen Staates. Nach Prognosen von Bloomberg Economics könnte Russland in den kommenden zehn Jahren insgesamt Zinszahlungen in Höhe von rund 15 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts leisten müssen – ein Betrag, der in etwa dem heutigen Umfang der gesamten russischen Staatsverschuldung entspricht. (Yulia Valova)

Russische Angriffe auf Häfen gefährden offenbar ein Drittel der ukrainischen Getreideexporte

Angriffe der russischen Armee auf ukrainische Seehäfen, die Eisenbahninfrastruktur und Energieanlagen könnten die monatlichen Getreideexporte der Ukraine um etwa ein Drittel reduzieren. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf Exporteure und Vertreter der Agrarbranche. Die Ukraine ist in hohem Maße von ihren Schwarzmeerhäfen abhängig, über die mehr als 90 Prozent der Exporte des Landes abgewickelt werden. Branchenvertreter warnen, dass Schäden an Hafenanlagen, Energieinfrastruktur und Logistikrouten zusätzliche Risiken für den ununterbrochenen Export von Getreide auf die Weltmärkte schaffen. Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe auf die ukrainische Transport- und Energieinfrastruktur. Der Getreideexport bleibt eine der wichtigsten Quellen für Deviseneinnahmen der ukrainischen Wirtschaft und ein bedeutender Faktor für die globale Ernährungssicherheit. (Yulia Valova)

Lettland: Kein Land sollte alleine mit Russland verhandeln

Der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs hat davor gewarnt, jetzt schon diplomatische Kanäle zu Russland aufzubauen. „Es macht also keinen Sinn, diplomatische Kanäle zu unterhalten, wenn es keinen Grund für Gespräche gibt“, sagt er vor dem zweiten EU-Gipfeltag in Brüssel mit Blick auf russische Angriffe auf die Ukraine. In der Debatte, wer für Europa sprechen sollte, mahnt er zur Zurückhaltung. „Das war Teil der gestrigen Diskussion“, sagt Kulbergs. Es gebe klare EU-Zuständigkeiten. „Es sollte nicht ein einzelnes Land geben, das diese Rolle übernimmt“, fügt er in Anspielung auf große Mitgliedstaaten hinzu. „Wir haben Institutionen geschaffen, das ist klar. Wir sollten die Regeln nicht ändern.“ Im Kreis der 27 EU-Regierungen hatte es in der Nacht teilweise Kritik gegeben, dass EU-Ratspräsident Antonio Costa beansprucht, Gespräche zu führen. (Reuters)

Ukraine: Ein Toter bei russischen Drohnenangriffen auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer

Bei russischen Drohnenangriffen auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben mindestens ein Mensch getötet worden. „Infolge eines russischen Drohnenangriffs auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer kam ein Besatzungsmitglied eines unter panamaischer Flagge fahrenden Schiffes ums Leben“, erklärte der ukrainische Vize-Regierungschef Oleksij Kuleba am Freitag im Onlinedienst Telegram. Den ukrainischen Angaben zufolge wurden zwei weitere Besatzungsmitglieder auf diesem Schiff verletzt, eines von ihnen schwer. Drei Seeleute eines weiteren Schiffes seien ebenfalls leicht verletzt worden, fügte Kuleba hinzu. Das zweite Schiff fuhr demnach unter der Flagge von St. Kitts und Nevis. Bereits am Vortag war die Ukraine erneut zum Ziel russischer Angriffe geworden. Die Luftwaffe gab die Zahl der nächtlichen russischen Drohnen am Donnerstag mit 239 und die der Raketen mit sieben an. Aus der Stadt Dnipro und der Region Sumy wurde jeweils ein Toter gemeldet. Die Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs stecken derzeit in einer Sackgasse. Der Vormarsch der russischen Streitkräfte in der Ukraine hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamt. Beim G7-Gipfel in Evian sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag, Russland müsse „ein Abkommen“ mit der Ukraine schließen. (AFP)