Taliban-Sittenpolizei: 20 Helfer wegen zu kurzer Bärte festgenommen
Taliban-Sittenpolizei: 20 Helfer wegen zu kurzer Bärte festgenommen

Die Sittenpolizei der Taliban-Regierung in Afghanistan hat nach Angaben aus Kreisen von Hilfsorganisationen rund 20 Helfer festgenommen, weil deren Bärte nicht lang genug waren. Die Festnahmen ereigneten sich am Samstag in der Nähe des Grenzübergangs Islam Kala zum Iran. Die Helfer waren für Organisationen tätig, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, wie aus internen Erklärungen hervorgeht, die am Montag von zwei Hilfskräften an die Nachrichtenagentur AFP weitergegeben wurden.

Interne Erklärungen der IOM

In einer der internen Erklärungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hieß es, die Sittenpolizei habe „männliche Mitarbeiter von UN-Partnerorganisationen im Aufnahmezentrum Islam Kala wegen getrimmter oder rasierter Bärte festgenommen“. Einige der Helfer seien noch am selben Tag freigelassen worden, die übrigen am folgenden Tag.

Eine dritte Hilfskraft berichtete AFP, die Sittenpolizei sei in eine Einrichtung an der Grenze eingedrungen und habe 20 Menschen festgenommen, die bei verschiedenen Dienstleistungsorganisationen tätig waren. Sie seien in die Region Kohsan gebracht worden.

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Kein Kommentar des Ministeriums

Das Ministerium für die Verbreitung der Tugend und die Verhinderung des Lasters (PVPV) kommentierte den Vorfall auf AFP-Anfrage nicht. Der Leiter der Sittenpolizei der Region Herat bestritt jedoch gegenüber AFP die Festnahmen. Er gab allerdings zu, dass die Sittenpolizei fünf Regierungsmitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen wegen ihrer kurzen Bärte festgenommen habe.

Die Taliban herrschen nach einer strengen Auslegung des islamischen Rechts und haben erklärt, dass Männer Bärte tragen müssen, die länger als eine Faust sind. Die Mehrheit der Menschen in Afghanistan sind praktizierende Muslime, doch vor der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht im Jahr 2021 konnten die Bewohner großer Städte über ihr Aussehen selbst bestimmen.

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