Fast 3000 Menschen müssen in Südfrankreich wegen verheerender Waldbrände ihre Unterkünfte verlassen. Darunter sind rund 1500 Urlauber, die von Campingplätzen fliehen. Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, die nach der Hitzewelle im Süden des Landes unkontrolliert wüten. Die Lage bleibt angespannt, Regen ist nicht in Sicht.
Schwerpunkt der Brände: Pyrénées-Orientales und Narbonne
Besonders betroffen ist das Département Pyrénées-Orientales sowie die Region um Narbonne in Okzitanien. Nach Angaben der Feuerwehr mussten nach dem Ausbruch eines neuen Waldbrandes in Sainte-Marie-la-Mer fast 3000 Menschen evakuiert werden. Etwa die Hälfte der Betroffenen wurde von Campingplätzen in Sicherheit gebracht. Dutzende Wohnmobile und 26 Bungalows wurden von den Flammen zerstört.
Der Bürgermeister von Sainte-Marie-la-Mer, Edmond Jorda, sagte: „Das Feuer breitete sich, angetrieben von starkem Wind, rasend schnell aus.“ In ganz Südfrankreich kämpfen die Einsatzkräfte gleichzeitig gegen mehrere große Brände.
Großbrände bei Marseille und in Aude/Hérault
Das größte Feuer wütet in den Départements Aude und Hérault. Dort sind seit Tagen bis zu 800 Feuerwehrleute und 150 Fahrzeuge im Einsatz. Nördlich von Marseille brachen weitere Waldbrände aus. Bei Rognac brannten rund 50 Hektar, in der Nähe von Lançon-Provence zerstörten die Flammen bereits 260 Hektar. Löschflugzeuge unterstützen die Arbeiten.
Keine Entspannung in Sicht: Trockenheit und Wind
Auf eine Verschnaufpause können die Einsatzkräfte kaum hoffen. Die Gefahr weiterer Waldbrände bleibt nach der langen Hitzewelle im Juni extrem hoch. Die ausgedörrte Vegetation bietet den Flammen ideale Bedingungen, starker Wind treibt die Feuer weiter an. Meteorologen rechnen auch in den kommenden Tagen nicht mit Regen.
Premierminister: Ungewöhnlich frühe Brandsaison
Nach Angaben von Premierminister Sébastien Lecornu sind die Brände in diesem Jahr ungewöhnlich früh ausgebrochen. Seit Beginn der Saison wurden demnach bereits rund 7000 Feuer registriert, etwa 8700 Hektar Land verbrannten. Allein am Mittwoch gingen rund 1200 Hektar in Flammen auf. Mittwoch und Donnerstag waren etwa 2000 Feuerwehrleute im Einsatz. Lecornu sprach von einer „angespannten Lage“.



