41,5 Grad in Deutschland: Hitze treibt Menschen in den Schatten
41,5 Grad: Hitze treibt Menschen in den Schatten

Mehr als 41 Grad – und Deutschland versteckt sich. Wo sonst an einem sonnigen Samstag Menschen durch Innenstädte bummeln, Biergärten voll besetzt sind und auf Spielplätzen Kinder toben, herrscht plötzlich gähnende Leere. Asphalt flimmert, Marktplätze wirken wie ausgestorben. Wer kann, verkriecht sich im Schatten, flüchtet an Badeseen oder bleibt gleich ganz zu Hause.

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff. In Teilen des Landes kletterten die Temperaturen auf über 40 Grad. Den zweiten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert. Die Hitze-Spitze wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) gemessen. Der vorläufige Höchstwert: heiße 41,5 Grad. Bereits am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken ein neuer Rekordwert gemessen worden. Meteorologen sprechen von einer außergewöhnlichen Wetterlage, die den Alltag vieler Menschen komplett auf den Kopf stellt.

Leere Innenstädte und verwaiste Plätze

Selbst der sonst gut besuchte Lustgarten in Berlin wirkte wie leer gefegt. Auch das Spreeufer war um 15.57 Uhr menschenleer. Am Hackeschen Markt in Berlin blieben viele Tische in der Sonne frei, sonst sitzen die Gäste hier dicht an dicht. Die üblichen Menschenmassen glänzten am Samstagnachmittag mit Abwesenheit. Selbst an der Jungfernstieg Promenade in Hamburg ließ sich um 16.02 Uhr niemand blicken. Die Tische auf dem historischen Flanierboulevard Alter Wall in der Hamburger Innenstadt blieben unbesetzt.

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Biergärten? Lieber erst nach Sonnenuntergang. Vor Cafés bleiben Tische frei, Biergärten füllen sich erst am späten Abend. Spaziergänge? Lieber morgen. Joggen? Nur noch in aller Frühe. Selbst Hundehalter ziehen ihre Gassirunden in die Morgenstunden oder kurz nach Sonnenuntergang. Wer dennoch unterwegs ist, sucht jeden Flecken Schatten. Unter Bäumen, Sonnenschirmen oder in klimatisierten Einkaufszentren wird jede Abkühlung dankbar angenommen. Eisverkäufer und Freibäder freuen sich dagegen über Hochbetrieb.

München und andere Städte ebenfalls betroffen

Auch in München herrschte gespenstische Leere. Am Nationaltheater war um 16 Uhr bei mehr als 35 Grad gähnende Leere. Leere Bänke im Biergarten beim Chinesischen Turm im Englischen Garten in München um 17.14 Uhr. Auch am sonst beliebten Dianatempel im Hofgarten blieben Flanierende um 16.30 Uhr aus. Bilder, die stark an die Pandemie erinnern.

Die Hitze hat aber auch ihre Schattenseiten. Straßenbeläge geraten an ihre Belastungsgrenze, auf Bahnstrecken drohen Einschränkungen. Vor allem für ältere Menschen, kleine Kinder und chronisch Kranke kann die extreme Wärme gefährlich werden. Experten raten deshalb, körperliche Anstrengungen in den Mittagsstunden zu vermeiden, ausreichend zu trinken und möglichst kühle Räume aufzusuchen.

Wann kommt endlich Abkühlung?

Immerhin gibt es Hoffnung: Zum Ende des Wochenendes könnten Gewitter und etwas kühlere Luft für eine kleine Verschnaufpause sorgen. Bis dahin gilt aber vielerorts nur ein Motto: Rollläden runter, Ventilator an – und bloß nicht unnötig vor die Tür.

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