Hitzewelle: Bis zu 42 Grad in Deutschland – neuer Juni-Rekord erwartet
Bis zu 42 Grad: Juni-Rekord in Deutschland erwartet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass am heutigen Freitag erstmals in einem Juni die 40-Grad-Marke in Deutschland geknackt wird. Im Tagesverlauf sind Temperaturen bis zu 41 Grad möglich, vor allem vom Oberrhein bis zum Rhein-Main-Gebiet. Am Sonntag könnte es in der Lausitz sogar bis zu 42 Grad heiß werden. Damit würde der bisherige deutsche Juni-Rekord deutlich übertroffen.

Wahrscheinlich historische Hitzewelle

DWD-Meteorologe Oliver Reuter sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man diese Hitzewelle am Ende als historisch bezeichnen kann.“ Er ergänzte: „Nicht nur, weil der bisherige deutsche Juni-Rekord vermutlich deutlich überboten wird, sondern auch, weil es in dieser Fläche und an drei aufeinanderfolgenden Tagen noch keine Spitzenwerte von über 40 oder gar 41 Grad in Deutschland gab.“ Eine DWD-Sprecherin präzisierte: „Wenn am Freitag oder Samstag die 40-Grad-Marke geknackt wird, dann wäre das ein neuer Juni-Rekord. Steigt die Temperatur über 41 Grad, könnte es sogar einen neuen Allzeitrekord geben.“ Der DWD erklärte später, dass der Juni-Rekord „mit großer Sicherheit fallen“ werde.

„Heat Dome“ verantwortlich für Backofentemperaturen

Meteorologen zufolge ist ein sogenannter „Heat Dome“ für die extremen Temperaturen verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, bei dem die Hitze wie unter einer riesigen Kuppel über mehrere Tage gefangen ist und nicht entweichen kann. Der DWD bestätigte, dass sich dieser Hitzedom aktuell von Westeuropa kommend in Richtung Mitteleuropa und Deutschland bewegt. „Der Hitzehöhepunkt ist auf dem Weg zu uns und erreicht uns voraussichtlich Freitag oder Samstag“, so eine DWD-Sprecherin.

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Hitzewelle hält mindestens bis Sonntag an

Die Hitzewelle wird den Experten zufolge mindestens bis Sonntag anhalten. Aus Süden strömt weiterhin heiße bis sehr heiße Luft nach Deutschland. Allerdings bringt die Heißwetterphase nicht nur Sonnenschein, sondern auch feuchte Luftmassen, die regional für heftige Hitzegewitter sorgen können.

Auswirkungen: Absagen und Verbote

In ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enormen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt, darunter der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg, für den 24.000 Läufer angemeldet waren. „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten“, hieß es auf der Homepage. Der Württembergische Fußballverband sagte sämtliche Fußballspiele für das Wochenende ab. Der Berliner Fußballverband strich alle Kinderfußball-Spiele und alle Begegnungen ohne Relevanz für Auf- oder Abstiege. Viele Schulen verkürzen den Unterricht oder geben hitzefrei.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte einen befristeten Stopp von Tiertransporten, da diese für die Tiere „schnell zur Qual“ werden könnten. In einigen Regionen gelten wegen Wasserknappheit und Waldbrandgefahr Bewässerungs- und Grillverbote. Dresden verhängte ein Wasserentnahmeverbot für oberirdische Gewässer bis Oktober.

Wärmste Nacht seit Messbeginn

Bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde ein erster bundesweiter Rekord verzeichnet: In Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) fiel die Temperatur nicht unter 26,2 Grad. Damit war es die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen. Der bisherige Rekordhalter war der Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz mit ebenfalls 26,2 Grad am 25. Juli 2019.

Wann wird es wieder kühler?

Eine „echte Linderung“ der Hitze ist den DWD-Experten zufolge in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Eine leichte Abkühlung deutet sich erst zu Beginn der kommenden Woche an, zunächst nur im Nordwesten des Landes. „Es wird noch schwül und heiß, aber die extreme Hitze ist dann komplett raus“, so die DWD-Experten.

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