In Frankreich sterben Kinder in verschlossenen Autos und Rentner einsam in ihren Wohnungen, Atomreaktoren werden mangels Kühlwasser heruntergefahren. Auch andernorts in Europa sieht es dramatisch aus: In Deutschland werden Autobahnspuren geschlossen, weil die Straßen zu heiß sind. Europa erlebt bereits die zweite Hitzekatastrophe dieses Jahres. Und es stellt sich die Frage: Wie über diese extreme Hitze reden?
Das Ende des Sommer-Glücksdiktats
Vom Genießen sommerlicher Tage kann keine Rede mehr sein – das hat auch sein Gutes, denn endlich ist Schluss mit dem Sommer-Glücksdiktat, schreibt Nico Graack im Tagesspiegel. Der Klimawandel, die Hitze und das sommerliche Glück: 36 Grad, und es wird heißer und der Beat nicht leiser. Die Vorstellung, dass Sommer stets unbeschwerte Freude bedeuten, sei ein gefährlicher Mythos, der die Realität der Klimakrise verharmlose.
Hitzetote und Infrastrukturprobleme
Die konkreten Auswirkungen sind dramatisch: Allein in Frankreich starben bei früheren Hitzewellen tausende Menschen, vor allem ältere und kranke. Auch in Deutschland fordern Hitzewellen jährlich mehrere tausend Todesfälle. Die Infrastruktur leidet: Straßen verformen sich, Schienen drohen sich zu verbiegen, und die Landwirtschaft kämpft mit Ernteausfällen. Die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass Anpassungsmaßnahmen dringend nötig sind.
Klimakrise erfordert ehrliche Debatte
Graack fordert eine ehrliche Debatte über die Ursachen und Folgen der Klimakrise. Statt die Hitze schönzureden, müssten Politik und Gesellschaft die Dringlichkeit des Problems anerkennen. „Es ist Zeit, die Sommeridylle zu beenden und die Realität anzuerkennen“, so der Autor. Nur so könnten wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Erderwärmung ergriffen werden.



