Nur wenige Tage nach der letzten Hitzewelle steuert Spanien erneut auf Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius zu. Der nationale Wetterdienst Aemet hat für betroffene Landesteile die zweithöchste Wetterwarnstufe Orange ausgerufen, was einem „erheblichen Gesundheitsrisiko“ entspricht. Schätzungsweise zehn Millionen Menschen sind von der Hitze betroffen.
Hitzewelle erreicht Spanien ab Sonntag
Spätestens ab Sonntag wird es im Südwesten des Landes, aber auch im Norden und Nordosten richtig heiß, warnte Aemet. Besonders in den Flusstälern Andalusiens und der Extremadura im Südwesten sowie entlang des Ebro-Flusses in der Region Aragón im Nordosten heizt sich die Luft auf. Hier wurden für Sonntag Höchsttemperaturen von 41 bis 42 Grad erwartet.
Auch in Galicien im äußersten Nordwesten Spaniens, das sonst eher kühl ist, könnten die Temperaturen auf bis zu 37 Grad klettern. Auf der bei Deutschen sehr beliebten Urlaubsinsel Mallorca werden Temperaturen um 35 Grad erwartet.
WHO: Hitzewellen sind keine Extremereignisse mehr
Nach Einschätzung des Regionaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Kluge, sind Hitzewellen längst keine „einmaligen Extremereignisse“ mehr, sondern wiederkehrende Krisen. „Sie treten häufiger auf, werden intensiver und dauern länger“, sagte er in einer Mitteilung am Dienstag.
Die vorangegangene Hitzewelle in Spanien Ende Juni hatte sich über Frankreich mit Rekordtemperaturen auch bis nach Deutschland ausgebreitet. In Spanien wurden im Juni mehr als tausend Hitzetote gemeldet, wie die Behörden mitteilten.
Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen
Angesichts der extremen Temperaturen warnen Experten vor gesundheitlichen Gefahren. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen sind gefährdet. Aemet empfiehlt, die heißesten Stunden des Tages zu meiden, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich in kühlen Räumen aufzuhalten.
Die Hitzewelle in Spanien ist Teil eines europaweiten Trends. Nach Angaben des Europäischen Klimaberichts war der Juni 2026 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag 2,1 Grad über dem langjährigen Mittel.



