Große Teile der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim sind nach wiederholten ukrainischen Drohnenangriffen ohne Strom. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow erklärte laut der Agentur Tass: „Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom.“ Er fügte hinzu: „Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an.“ Die Lage sei schwierig, machte jedoch keine Angaben zur Zahl der betroffenen Menschen. Bisher hatten russische Streitkräfte durch Attacken immer wieder massive Stromausfälle in der Ukraine verursacht, insbesondere im Winter, um die Zivilbevölkerung unter Druck zu setzen.
Selenskyj bittet um Abfangraketen nach Großangriff auf Kiew
Nach einem russischen Großangriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern bat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verbündeten um zusätzliche Abfangraketen. „Tag und Nacht“ greife Russland in der Ukraine zivile Infrastruktur an. „Terror ist das einzige Argument, das sie für die Fortsetzung des Krieges noch haben“, erklärte er am Freitag. Russland hatte bei dem elfstündigen Angriff, der bis Donnerstagmorgen andauerte, erneut Wohngebiete attackiert und anschließend behauptet, es seien militärische Ziele getroffen worden. Die Mehrheit der ukrainischen Angriffe in Russland gilt Ölanlagen, Rüstungsfabriken und anderen Zielen mit militärischer Bedeutung.
Kiew meldet Zerstörung einer Brücke auf der Krim
Die ukrainischen Streitkräfte haben auf der Krim mehrere Ziele attackiert und nach eigenen Angaben schwer getroffen. Wichtigstes Ziel sei eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Halbinsel gewesen, die nach Angaben des Generalstabs in Kiew vollständig zerstört wurde. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden. Zudem seien Radaranlagen und eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine unabhängige Bestätigung lag nicht vor.
Drohnenangriff legt russische Ölraffinerie lahm
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff stoppt die viertgrößte russische Ölraffinerie Norsi Insidern zufolge die Rohölverarbeitung. Bei der Attacke in der Region Nischni Nowgorod wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Gleb Nikitin ein Mensch getötet und eine Industrieanlage beschädigt. Wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, traf die Drohne die Hauptraffinerieanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil nahm zunächst nicht Stellung. Norsi ist der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands.
Russische Gleitbombe tötet Zivilisten in Saporischschja
Bei einem russischen Gleitbombenangriff ist in der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja mindestens ein Zivilist getötet worden. Fünf weitere wurden verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Die Bombe beschädigte das Gebäude eines Industrieunternehmens. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft etwa 20 Kilometer südlich der Industriestadt.
Polen zurückhaltend bei Finanzhilfen für Ukraine
Polen wird sich beim kommenden Nato-Gipfel bei den geplanten Milliardenzusagen für die Ukraine zurückhalten. Diese Linie kündigte Ministerpräsident Donald Tusk in Warschau an. Er gab sie auch Präsident Karol Nawrocki mit auf den Weg, der Polen bei dem Treffen am 7. und 8. Juli in Ankara vertreten wird. Grundsätzlich befürwortete Tusk Hilfen für Kiew: „Die Ukraine braucht finanzielle Unterstützung. Aber Polen muss die Ostgrenze der EU schützen.“ Wegen der besonderen Belastungen beim Schutz der Außengrenzen von EU und Nato gegen Belarus und Russland hat Warschau auch Ausnahmen vom EU-Asylpakt ausgehandelt.
EU verhängt Sanktionen wegen Nawalny-Tod
Die EU-Staaten haben Sanktionen gegen sechs Russen beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden. Es handle sich um Wissenschaftler und Forscher im militärischen Bereich, die an der Entwicklung chemischer Waffen, insbesondere von Epibatidin, beteiligt gewesen seien, teilte der Rat der Europäischen Union mit. Ihre Vermögenswerte werden eingefroren, und sie dürfen keine Gelder mehr erhalten.
Merz nimmt Litauens Atomwaffenplan „mit Respekt“ zur Kenntnis
Der litauische Plan, den Weg für die Stationierung von Nato-Atomwaffen im eigenen Land freizumachen, stößt bei Bundeskanzler Friedrich Merz nicht auf Kritik. Der litauische Präsident Gitanas Nauseda habe über die Pläne informiert, sagte Merz am Freitag nach einem Treffen mit den drei baltischen Staats- und Regierungschefs in Berlin. Dies sei zunächst eine innenpolitische Entscheidung in Litauen, fügte Merz hinzu: „Es zeigt aber auch zugleich, wie in diesem Land die Bedrohung aus Russland ernst genommen wird und wie das Land bereit ist, sich auch in dieser Hinsicht zu verteidigen. Und insofern habe ich das hier nicht nur nicht zu kritisieren, sondern mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen, dass Litauen auch in dieser Hinsicht bereit ist, das Land und damit das Nato-Territorium zu verteidigen.“
Ukraine soll beim Nato-Gipfel Milliardenversprechen erhalten
Die Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich die 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.
Russland importiert Kerosin aus Japan wegen Engpass
Die ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur machen Russland immer mehr zu schaffen. Wegen Knappheiten soll Kerosin aus Japan importiert werden, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen mindestens 200.000 Barrel (je 159 Liter) Kerosin in der ersten Julihälfte im japanischen Chiba verladen und zunächst nach Südkorea verschifft werden. An dem komplexen Geschäft seien mehrere Händler beteiligt. Damit reagiert Russland offenbar auf eine schwere Treibstoffkrise als Folge von ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölraffinerien und Depots. Die Regierung in Moskau hat bereits Beschränkungen für den Kauf von Treibstoff verhängt, während Landwirte warnten, die Ernte sei gefährdet.
Merz gelassen zu Trumps Kritik an Verteidigungsausgaben
Bundeskanzler Friedrich Merz hat gelassen auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump reagiert, dass der Nato-Beitrag Deutschlands nach dessen Darstellung „lächerlich“ sei. „Deutschland verdoppelt seinen Verteidigungsetat innerhalb von vier Jahren. Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken“, sagte Merz und verwies auf das Ziel, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. „Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken.“ Das sollte jeder anerkennen, der sich mit diesen Zahlen beschäftigt. „Ich werde diese Zahlen auch nennen, wenn wir in der nächsten Woche in Ankara zusammentreten.“
Ukraine attackiert russische Luftwaffenstützpunkte auf der Krim
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der Krim angegriffen. Ziel seien mindestens sieben Kampfflugzeuge sowie Drohnendepots gewesen, teilte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf Telegram mit. Betroffen waren demnach die Stützpunkte Hwardijske und Saki. Letzterer sei in dieser Woche bereits zum zweiten Mal attackiert worden. Die dort stationierten Flugzeuge seien beschädigt oder zerstört worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Zahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kiew auf 30 gestiegen
Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Drei weitere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz mit. Zudem wurden mehr als 90 Menschen verletzt. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Vermissten, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte. Russland hatte in den frühen Morgenstunden Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf Kiew abgefeuert. Dabei wurden rund 130 Gebäude beschädigt. Es war der folgenschwerste Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in diesem Jahr.
Vier Tote bei neuen russischen Luftangriffen
Bei neuen russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind vier Menschen getötet worden. In der nordöstlichen Grenzregion Sumy seien beim Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus in der Nacht zwei Frauen, ein älterer Mann und ein Kleinkind unter zwei Jahren ums Leben gekommen, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, auf Telegram mit. Drei weitere Menschen wurden verletzt. In der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih wurden laut den Behörden sieben Menschen verletzt, als eine russische Rakete in ein dicht besiedeltes Wohngebiet einschlug.
Tote und Verletzte im Südosten der Ukraine
Bei verschiedenen russischen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk sind zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden, schrieb Militärgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram. Russland attackierte die Kreise Dnipro, Nikopol und Synelnykowe mit Drohnen, Artillerie, Gleitbomben und einer Rakete. In Saporischschja wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge sieben Menschen bei einem Drohnenangriff verletzt, darunter vier Minderjährige im Alter von 6 bis 16 Jahren.
Selenskyj drängt auf eigene Produktion für Patriot-Raketen
Nach dem massiven russischen Angriff mit mehr als 20 Toten in Kiew drängt Präsident Selenskyj auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. „Um wirklich Leben schützen zu können, braucht die Ukraine eine eigene Produktion“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er sprach von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder gemeinsam mit Partnern und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht. Der Westen hatte der Ukraine Flugabwehrsysteme wie Patriot oder Iris-T geliefert, doch die Raketen sind teuer und rar. Durch den von US-Präsident Trump begonnenen Iran-Krieg ist das Defizit noch größer geworden. Selenskyj hofft, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen in Lizenz erlauben.
EU geht gegen russische Schattenflotte vor – Kamerun reagiert
Wegen eines härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung teilte mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilte das Vorgehen. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen gegen die Schattenflotte vor. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Russland nutzt für die Transporte eine Schattenflotte aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten wie Kamerun fahren.
Untersuchungsausschuss zu Nord Stream 2 beendet
Rund vier Jahre lang wurde darüber gestritten, welche Rolle die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bau der Pipeline Nord Stream 2 und bei der Gründung der Klimaschutzstiftung MV hatte. Am Donnerstag wurde der über 900-seitige Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Schweriner Landtag angenommen – mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und Linke sowie allen übrigen Fraktionen. Die FDP-Gruppe enthielt sich. „Die Arbeit in diesem Ausschuss war intensiv und kontrovers“, sagte der Ausschussvorsitzende Sebastian Ehlers (CDU). Rund 90 Zeugen und fünf Sachverständige wurden vernommen. Der Ausschuss war im Mai 2022 eingesetzt worden, rund drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Trump bezeichnet Deutschlands Nato-Ausgaben als „lächerlich“
Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara teilte US-Präsident Donald Trump erneut gegen Deutschland und andere Verbündete aus. Er bezeichnete deren Beiträge für das Verteidigungsbündnis in einem Post auf Truth Social als „lächerlich“. Trump listete mehrere Länder und Finanzzahlen auf, die einem Nato-Bericht für 2025 ähneln, nannte aber keine genaue Quelle. Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Laut Nato-Jahresbericht lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei und steigerte seine Ausgaben inflationsbereinigt um über 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro.
Journalist in Belarus zu Haft verurteilt
Ein Gericht in Belarus hat den Journalisten Kiryl Pasniak zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Wie der belarussische Journalistenverband mitteilte, wurde der 49-Jährige für schuldig befunden, sein Land diskreditiert und eine extremistische Organisation gegründet zu haben. Pasniak wurde zudem zu einer Geldstrafe von rund 7.500 Euro verurteilt. Er betreibt ein beliebtes Polit-Format auf YouTube und wurde im September 2025 festgenommen. Nach Angaben seiner Ex-Frau Elena ist er hinter Gittern schwer erkrankt, litt unter Lungenentzündung und Covid-19 und wurde in kritischem Zustand in ein Gefängniskrankenhaus verlegt. Menschenrechtsaktivisten betrachten Pasniak als politischen Gefangenen.
Händler verkaufen indisches Benzin an Russland
Benzin aus der indischen Raffinerie Nayara Energy wird von Händlern an Russland verkauft. Der russische Ölkonzern Rosneft hält 49 Prozent an Nayara. Indiens Ölminister Hardeep Singh Puri erklärte, indische Unternehmen verkauften keinen Treibstoff direkt an Russland, es sei jedoch möglich, dass Moskau diesen über Zwischenhändler beziehe. Eine Stellungnahme von Nayara lag nicht vor. Reuters berichtete unter Berufung auf einen Branchenvertreter, es seien mindestens 60.000 Tonnen Benzin von Indien nach Russland verschifft worden. Einer weiteren Person zufolge seien zwei Tanker mit jeweils 30.000 bis 40.000 Tonnen auf den Weg gebracht worden.
Drohnenangriffe treiben russische Ölexporte auf Rekordhoch
Die Ölexporte aus den westlichen Häfen Russlands erreichen wegen der anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien ein Rekordhoch. Im Juni seien fast drei Millionen Barrel pro Tag verschifft worden, und auch im Juli dürfte dieses Niveau gehalten werden, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Da die Angriffe die heimischen Raffineriekapazitäten einschränkten, sei Moskau gezwungen, mehr Rohöl zu exportieren, um eine Drosselung der Förderung zu vermeiden.
Nato-Kommandeur: Europäer füllen US-Lücken in Verteidigungsplänen
Die europäischen Nato-Verbündeten haben die durch den US-Abzug entstandenen Lücken in den Verteidigungsplänen der Allianz weitgehend geschlossen. Das erklärte der Nato-Oberbefehlshaber, US-General Alexus Grynkewich, auf Anfrage von Reuters. In den wenigen Bereichen, in denen es noch keine gleichwertigen Fähigkeiten gebe, prüfe die Allianz Alternativen mit gleicher Wirkung. Reuters hatte berichtet, dass das Bündnis dies auf dem Gipfel in Ankara offiziell bekanntgeben will.



