Cyberangriff auf US-Wasserwerke: Eskalation im Iran-Konflikt
Cyberangriff auf US-Wasserwerke und Eskalation im Iran

Iran-nahe Hacker haben offenbar mehrere lokale Wasserversorgungssysteme im US-Bundesstaat Minnesota angegriffen. Rund 30 Systeme seien am Sonntag und Montag attackiert worden, berichten US-Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise. In der Kleinstadt Braham im Großraum Minneapolis war die Wasserversorgung für etwa zwei Stunden unterbrochen, bevor sie wieder anlaufen konnte.

Spuren führen in den Iran

Das Cybersicherheitsunternehmen Tenable sieht Parallelen zur Hackergruppe CyberAv3ngers, die von der US-Regierung als Iran-nah eingestuft wird. Auch US-Ermittler vermuten iranische Hacker hinter den Angriffen. Die genauen Auswirkungen auf weitere Kommunen blieben zunächst unklar.

Saudi-Arabien kündigt Marinebündnis an

Unterdessen wächst die militärische Spannung im Nahen Osten weiter. Als Reaktion auf Angriffe auf seine Schiffe kündigte Saudi-Arabien ein Militärbündnis zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer und der Meerenge Bab al-Mandab an. Wie das Verteidigungsministerium in Riad mitteilte, umfasst die Allianz 14 Länder, darunter Kuwait, Katar, Bahrain, Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien. Das Bündnis solle „die Freiheit der Schifffahrt sowie internationale Routen für Handel und die weltweite Energieversorgung schützen“, hieß es. „Sicherheit zur See ist eine gemeinsame Verantwortung“, betonte das Ministerium. Geplant seien gemeinsame Militäreinsätze, Planungen, Übungen und der Austausch von Geheimdienstinformationen. Die Allianz sei „rein defensiv“ und richte sich nicht gegen einen Staat oder eine internationale Organisation.

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Hintergrund sind Angriffe der Jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Schiffe, die in der vergangenen Woche besonders zugenommen haben. Bereits zuvor hatte die EU-Mission Aspides und der US-geführte Einsatz Prosperity Guardian die Seewege gesichert.

Huthis sollen vom Irak aus angegriffen haben

Nach Informationen von zwei mit den Erkenntnissen Saudi-Arabiens vertrauten Personen haben die Huthi-Rebellen in dieser Woche Angriffe auf das Königreich vom irakischen Staatsgebiet aus verübt. Dabei hätten sie mit bewaffneten örtlichen Gruppen kooperiert. Die Angriffe hätten unter der Leitung der iranischen Revolutionsgarden unter anderem Ölanlagen im Osten Saudi-Arabiens ins Visier genommen. Als Reaktion flogen Saudi-Arabien und die USA am Mittwoch gemeinsame Luftangriffe auf Ziele im Irak. Der Irak kündigte eine Untersuchung an; Ministerpräsident Ali al-Saidi sagte seinen für Donnerstag geplanten Besuch beim saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ab.

Analysten sehen in den Vorfällen eine wachsende direkte Zusammenarbeit innerhalb der vom Iran geführten „Achse des Widerstands“. Farea al-Muslimi von der Denkfabrik Chatham House erklärte, der Irak spiele nach dem Sturz Baschar al-Assads und der Schwächung der Hisbollah eine immer wichtigere Rolle als Knotenpunkt dieses Netzwerks.

Huthis dementieren Angriff auf ägyptischen Hafen

Die Huthi-Miliz hat indes eine Beteiligung am Drohnenangriff auf den ägyptischen Hafen Damietta bestritten. „Gerüchte, wonach der Jemen ein Schiff im Hafen von Damietta in Ägypten ins Visier genommen hat, entbehren jeder Grundlage“, erklärte ein Vertreter des außenpolitischen Büros der Huthis. Man nehme „ausschließlich das saudi-arabische Regime ins Visier“. Zwei Flüssiggastanker waren bei dem Angriff in Brand geraten – darunter nach Angaben des Schifffahrtsdienstleisters Kpler ein Gasspeicherschiff einer US-Firma und ein griechischer LNG-Tanker. Die ägyptische Regierung hatte einen Drohnenangriff als Ursache genannt. Es war der erste Anschlag dieser Art in Ägypten seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Die Huthis hatten in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt.

Zuvor hatte bereits eine Explosion an einem LNG-Terminal in Damietta für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben der Sicherheitsfirma Ambrey wurde ein unter der Flagge der Marshallinseln fahrendes, schwimmendes Tanklager in US-Besitz von mindestens einer Drohne getroffen. Auch ägyptische Gastanker könnten getroffen worden sein. Verletzte gab es nicht.

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USA bombardieren erneut Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen den Iran durchgeführt. Die Attacken seien eine „entschlossene Antwort“ auf versuchte iranische Angriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten gewesen, teilte das Zentralkommando Centcom mit. Getroffen wurden Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungssysteme. Die Angriffswelle sei „erfolgreich“ beendet worden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Vergeltung angedroht.

In der Nacht wurden aus dem Süden des Irans Explosionen gemeldet – unter anderem auf der Insel Gheschm in der Straße von Hormus und in der Provinz Buschehr. Bei dem Angriff auf Gheschm kamen nach iranischen Medienberichten drei Menschen ums Leben: ein Vater, eine Mutter und ihr zweijähriges Kind. Zwei weitere Kinder seien verletzt worden. Zudem wurde aus Kuwait ein Toter nach einem iranischen Angriff auf ein Gebäude eines chinesischen Unternehmens gemeldet. Jordanien teilte mit, fünf Raketen abgefangen zu haben.

Iran warnt Bulgarien und Zypern

Der Iran hat angesichts der US-Militärpräsenz in Europa diplomatische Warnungen ausgesprochen. Außenminister Abbas Aragtschi forderte seine bulgarische Amtskollegin Welislawa Petrowa-Tschamowa auf, die Stationierung von US-Militärflugzeugen auf dem Luftwaffenstützpunkt Besmer zu überdenken. Diese Genehmigung sei „Beihilfe zu einer Aggression“ gegen sein Land, wie iranische Staatsmedien berichteten. In einem Gespräch mit dem zyprischen Außenminister Constantinos Kombos drang Aragtschi darauf, dass ausländische Militärbasen auf Zypern nicht gegen den Iran eingesetzt werden. Bulgarien hatte bis zu acht US-Tankflugzeugen und 250 Soldaten zugestimmt. Auf Zypern unterhalten die USA zwei britische Stützpunkte.

Offenbar Fortschritte bei Hamas-Abrüstung

Bei den Gesprächen in Kairo über eine Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen haben sich Berichten zufolge Fortschritte abgezeichnet. Nach Angaben von Hamas-Kreisen sei weitgehende Einigkeit über einen 15-Punkte-Fahrplan erzielt worden. Die Hamas sei demnach bereit, ihre Waffen unter die Aufsicht einer palästinensischen Übergangsverwaltung und internationaler Vermittler zu stellen. Eine Übergabe an Israel sei nicht vorgesehen. Im Gegenzug müsse Israel seine Truppen vollständig abziehen und gezielte Tötungen stoppen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Norweger wegen Mordplans verurteilt

In Großbritannien ist ein 19-jähriger Norweger wegen der Planung eines Mordes im Auftrag einer mit dem Iran verbundenen Bande verurteilt worden. Johannes Kongsnes Natland wurde schuldig gesprochen, einen Mordauftrag der kriminellen Organisation Foxtrot angenommen zu haben. Er war im März vergangenen Jahres in Huddersfield verhaftet worden; in seinem Hotelzimmer fanden Ermittler eine halbautomatische Pistole, einen Revolver und 19 Patronen. Der Auftrag sei von der Bande Foxtrot mit Sitz in Schweden gekommen, deren Chef Rawa Majid von Großbritannien sanktioniert wurde. Ein Mitglied mit dem Decknamen „Agent 47“ habe 25.000 Euro für den Mord geboten. Natland erklärte vor Gericht, er habe sich lediglich selbst in den Fuß schießen wollen. Die Chefin der Londoner Antiterrorpolizei, Helen Flanagan, sagte: „Wir haben einen Mord auf unserem Boden verhindert.“ Das Strafmaß soll im Oktober verkündet werden.