Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: Der Ebolaausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus, und das wahre Ausmaß könnte noch größer sein als bisher bekannt. Immer mehr Regionen seien betroffen, und die Fallzahlen stiegen, erklärte WHO-Experte Olivier le Polain, der die lokalen Behörden in Beni in der Provinz Nordkivu unterstützt.
Herausforderungen vor Ort
Andauernde bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und ein schwaches Gesundheitssystem erschweren die Bekämpfung der Seuche erheblich. „Das gesamte Ausmaß des Ausbruchs ist noch nicht klar“, sagte le Polain. „In einigen besonders gefährdeten Gebieten gibt es nach wie vor viele blinde Flecken. Die Überwachung muss in diesen Regionen unbedingt verstärkt werden.“
Aktuelle Fallzahlen
Bis Donnerstag wurden 676 bestätigte Krankheitsfälle gemeldet, darunter 136 Todesfälle. „Fast jeden Tag sind neue Gesundheitszonen betroffen“, so le Polain. Der Großteil der Fälle konzentriere sich weiterhin auf die Provinz Ituri. Zwar stammten die meisten Infizierten in Nord- und Südkivu ursprünglich aus Ituri, doch inzwischen gebe es dort auch lokale Ansteckungen.
Sterblichkeitsrate und Konfliktgebiete
Die Sterblichkeitsrate bei diesem Ausbruch liegt bei knapp 17 Prozent, wie die Gesundheitsbehörde Africa CDC mitteilte. Bei früheren Ebola-Epidemien betrug sie teils über 50 Prozent. Die Krankheit wütet in drei von bewaffneten Konflikten geprägten Provinzen: Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Die kongolesische Regierung rief die Bevölkerung auf, bei Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall oder starker Schwäche sofort das nächste Gesundheitszentrum aufzusuchen.
Auswirkungen auf Kinder
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt, dass Familien aus Angst vor Ansteckung in Kliniken keine Routineuntersuchungen mehr durchführen lassen oder kranke Kinder nicht ärztlich versorgen lassen. Die Gefahr bestehe, dass mehr Kinder sterben. In der Provinz Ituri ist mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren unterernährt und daher ohnehin in einer prekären Lage.
Das Ebolavirus breitet sich in Zentralafrika aus. Besonders betroffen sind der Osten der Demokratischen Republik Kongo sowie Uganda, wo die Zahl der Infizierten und Toten steigt. Fachleute zeigen sich äußerst besorgt über die Entwicklung.



