Bei einem verheerenden Erdrutsch in einer stillgelegten Jademine im Norden Myanmars sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, 15 weitere werden vermisst. Die Katastrophe ereignete sich im Bundesstaat Kachin, wo heftige Monsunregen einen Hang zum Abrutschen brachten und die illegalen Edelsteinsucher unter sich begruben.
Illegale Suche nach wertvollen Steinen
Nach Angaben staatlicher Medien hatten die Betroffenen die aufgegebene Mine auf eigene Faust nach wertvollen Edelsteinen durchsucht. In der Region Kachin befinden sich die bedeutendsten Jadevorkommen des Landes. Myanmar zählt zu den weltweit größten Förderländern für Jade, der vor allem im benachbarten China als Glücksbringer geschätzt wird. Der Abbau gilt jedoch seit Jahren als kaum kontrolliert und ist mit erheblichen Risiken verbunden.
Bürgerkrieg verschärft die Lage
Seit dem Militärputsch im Jahr 2021 und dem anschließenden Bürgerkrieg kontrollieren verschiedene bewaffnete Gruppen zahlreiche Minen. Während sie mit dem Jadehandel Milliardeneinnahmen erzielen, arbeiten viele Menschen aus der verarmten Bevölkerung unter gefährlichen Bedingungen in den Minen oder durchsuchen Abraumhalden nach verbliebenen Steinen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nach Einschätzung internationaler Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wurden die Hoffnungen auf strengere Sicherheitsstandards und bessere Arbeitsbedingungen durch den Militärputsch weitgehend zunichte gemacht.
Wiederkehrende Tragödien
Erdrutsche in den Minen von Kachin sind keine Seltenheit. Im Jahr 2020 kamen bei einem ähnlichen Unglück mehr als 160 Menschen ums Leben, als eine Abraumhalde in eine Grube rutschte. Die Behörden haben wiederholt Maßnahmen zur Sicherheit angekündigt, doch die Umsetzung bleibt aufgrund der instabilen politischen Lage und der Macht bewaffneter Gruppen unzureichend.



